„Das essen wir nicht“ – Ethisch-moralische Werte in der Kinderernährung und wie wir sie vertreten.

Es steht die Anmeldung in Kitas und Kindergärten an. Eigentlich bin ich schon viel zu spät dran. Ich hätte mich schon in der Schwangerschaft damit befassen sollen, hab es aber nicht getan. Aus mehreren Gründen. Ich habe eine sehr genau Vorstellung davon, wie Betreuung aussehen sollte und bin deswegen vielleicht eher „streng“. Außerdem haben wir bereits schlechte Erfahrungen gemacht und es deswegen aktuell vielleicht auch nicht so besonders eilig. Ein weiterer Grund sind unsere ethischen Werte in Bezug auf unsere Ernährung und die unserer Kinder. Was in Waldorfkindergärten eine Voraussetzung ist, ist in anderen hart umkämpft: unsere Kinder essen keine Tiere.

Und um es direkt vorweg zu nehmen: ja. WIR haben das so entschieden. Ich und mein Mann, nach reiflicher Überlegung und vor allem Überzeugung. Wir kennen uns mit gesunder Ernährung aus, achten darauf, dass sie ausgewogen ist und haben hohe, moralische Werte unserer Umwelt, Mitmenschen und Mit-Lebewesen gegenüber. Das ist ein großer Teil unseres Familienlebens, wir vertreten unsere Überzeugung nach außen und natürlich auch vor unseren Kindern. Keiner von uns hat Interesse daran, unsere Kinder zu ausgegrenzten Exoten zu machen oder ihnen das Gefühl zu vermitteln, sie seien nicht richtig so.

Es sind nicht wir, die sich für uns verrückt anfühlen, sondern eine tierleidproduzierende Gesellschaft, die andere ethische Glaubenssätze als verrückt darstellt.

Ich überlasse anderen Menschen gern ihre eigene Denkweise. Es liegt mir fern zu missionieren. Unterstellt wird es mir trotzdem sehr häufig. Für gewöhnlich fühlen sich Eltern, die eine Sache gänzlich anders machen als andere, automatisch in ihrer persönlichen Entscheidung beleidigt und kritisiert, nur weil das Gegenüber es anders tut. Gerade in Unterhaltungen über die Ernährungsform der Kinder ist es Usus, sich als schlechtes Elternteil zu fühlen, weil ein anderer es anders macht – das geht beim Stillen schon los. Doch mir ist in gewisser Weise egal, ob sich jetzt nun jemand in seiner persönlichen Freiheit eingeschränkt fühlt, weil ich meinen Kindern einen anderen Umgang mit Ernährung und Speziesismus beibringe. Denn auch ich habe eine Entscheidung für meine Kinder getroffen, die ich nicht kritisieren lassen möchte, zumindest nicht destruktiv.

Und so wie ich gern anderen Menschen ihre – wenn auch in meinen Augen absolut nicht nachvollziehbare – Meinung lasse, so dürfen auch meine Kinder sie haben, selbstverständlich. Zum Beispiel lasse ich meinen Sohn seine tägliche Klamotte selber wählen und zwinge ihm nicht meinen Geschmack auf. Ich lasse ihn bestimmen, ob er das Gemüse nun mag oder nicht. Genauso ob er aufessen möchte oder satt ist.

Beim Veganismus ist das allerdings etwas ganz anderes. Ethische und moralische Werte und Grundsätze haben für mich als Mutter und Vorbild einen höheren Stellenwert als seine Geschmacksnerven oder die veraltete, antiquierte Ansicht anderer in Bezug auf „gesunde Kinderernährung“.

Gesundheit ist ein guter Nebeneffekt, aber absolut nicht meine einzige Motivation. Letztendlich ist es sein Körper, sein Stoffwechsel, sein Appetit. Er kann und wird eines Tages mit seiner Gesundheit machen, was er will.

Doch Ethik, die ist ein Wert, ein Ideal, ein Grundsatz, den ich meinem Kind als Stärke mit auf den Weg gebe.

Genauso wie ich ihm lehre, dass wir zwischen Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern keinen Unterschied machen, dass es „schwul und lesbisch“ als unterschiedliche Ausprägung der eigenen Sexualität gibt und dass nichts Krankes oder Falsches daran ist und dass wir unseren Müll trennen, Wasser nicht verschwenden, die Umwelt nicht verschmutzen und eher zu Fuß gehen, als mit dem Auto zu fahren. Über all diese Werte wird unterschiedlich hitzig diskutiert und dennoch – unser Entschluss steht fest. Bis er eines Tages eine fundierte, logische und vertretbare Entscheidung treffen kann, die auf Informationen und Zusammenhängen basiert und die für IHN eine Entscheidung aus freien Stücken überhaupt möglich macht, bis dahin übernehme ich als seine Mutter die Entscheidung, so wie ich es eben sonst auch tue.

Aber: Das Kind soll mal selbst entscheiden, was es essen will.

Auch das haben wir einstimmig entschieden und alles andere wäre ja auch gegen sämtliche Grundsätze unserer „Erziehung“. Mein Kind soll auch mal selbst entscheiden, ob es aus einem Flugzeug in die Tiefe springen will und wenn es eines Tages alt genug dazu ist, dann darf es das auch. Bis dahin treffe ich die Entscheidung. Es soll auch entscheiden, ob es sich tätowieren lassen möchte – wenn die Zeit reif ist. Bis dahin treffe ich die Entscheidung. Der Unterschied zwischen mir und meinem Kind sind ein paar Jahre Lebenserfahrung. Nicht mehr und nicht weniger. Ich möchte ihn daran teilhaben lassen und ich will das Beste für ihn rausholen. In meinen Augen ist eine pflanzliche Vollwertkost also das Beste.

Ich lebe Veganismus. Wir essen, backen, kochen vegan, tragen kein Leder, keine Wolle, keine Seide usw. Wir nutzen nur vegane, tierversuchsfreie Kosmetik. Unsere Haustiere sind adoptiert. Wir unterstützen Organisationen. Kaufen nur vegan gelabelte oder als vegan getestete Produkte. Konsequent. Aus tiefer, tiefer Überzeugung.

Ich trage stinknormale Jeans, kette mich nicht an Bäume, habe keine Blumen im Haar und sage oft „Scheiße“. Ich bin kein Hippie aber wäre mir auch egal, wenn ich einer wäre. Ehrlich gesagt fühle ich mich ganz normal. Nicht gesellschaftlich ausgegrenzt, nicht exotisch. Ich mag es so wie es ist, bin stolz darauf und sehe es als authentisch an, so zu leben, weil ich es liebe und vertrete, aus Überzeugung.

Es wäre doch aber vollkommen unauthentisch, den Veganismus durch und durch zu leben und dann meinem Kind unvegane Dinge vorzusetzen. Für mich ganz persönlich macht Speziesismus keinen Sinn. Wie erkläre ich ihm, dass wir unsere Hündin nicht essen, das Schwein vom Bauernhof in der Nähe, das er genauso gestreichelt hat, aber? Er ist ein Kind ohne speziesistische, anerzogene, übergestülpte Glaubenssätze. Für ihn gibt es keinen Unterschied zwischen einem Schwein und einem Hund. Er mag beide, beide verdienen seine Streicheleinheiten, er hat beide lieb. Für ihn ist es selbstverständlich, beide nicht zu verletzen. End of Story.

 

IMG_3417Würde ich ihm nun also den einen zum Essen vorsetzen und bei dem anderen ein Verletzen verbieten, wären das gemixte Botschaften. Und ich denke, dass diese gemixten Botschaften negativere Konsequenzen haben als ein erklärtes Nein.

Sein Vater isst gerne Süßigkeiten, die nicht immer vegan sind. Die isst er mit. Genauso wie ganz selten mal Käse. Aus dem selben Grund: ich verbiete meinem Mann nicht, seine eigene, freie, informierte Entscheidung zu treffen und es ist auch sein Kind. Wenn er also Käse und Süßigkeiten in vegetarischer Form ok für unsere Kinder findet, dann wäre es nicht nur missionieren sondern auch eine Grenzüberschreitung, meinem Mann dies zu verbieten. Wir diskutieren darüber, ich äußere meine Bedenken und kritisiere und bitte darum, es soweit es geht als Ausnahme zu betrachten – wir finden Kompromisse und nähern uns konstruktiv im Sinne aller Überzeugungen und Bedürfnisse an. In Bezug auf vegetarische Ausnahmen kann ich das ganz gut, mal davon abgesehen, dass es spätestens mit außerfamiliärer Betreuung sowieso so war, dass der große Sohn hin und wieder vegetarisches Mittagessen aß. Ich gehe auch davon aus, dass das in den nächsten Jahren immer wieder so sein wird und wir immer weniger Einfluss nehmen können. Und da sind wir wieder beim Ziel und unserer Intention: unserem Sohn unsere Werte für SEIN Leben mitzugeben und ihm zu vertrauen, dass er daraufhin seine eigenen, kompetenten Entscheidungen mit gutem Gefühl trifft – welche das auch immer sein mögen.

 

Wir treffen doch tagtäglich Entscheidungen für unsere Kinder, die meistens weit weniger andere Lebewesen mit einbeziehen bzw. ihnen den Kopf kosten. Buchstäblich.

Zum Beispiel sind unsere Kinder nicht getauft. Werden sie sich eines Tages für den Glauben und die Kirche interessieren, tja, dann weil sie sich eben informiert und eine fundierte Entscheidung getroffen haben. Dann übernehme ich die Verantwortung dafür, dass die ersten Lebensjahre ungetauft und ohne Glauben stattfanden. Aber wir schaden damit niemandem. Keinem anderen Menschen, keinem anderen Lebewesen. Und so wähle ich auch den Kindergarten, die Schule, aktuell sogar noch die Spielpartner für meine Kinder aus – ganz einfach weil sie noch nicht fähig sind mir mitzuteilen, mit wem sie spielen möchten, ob ihnen Kindergarten A oder B besser gefiel oder sie katholisch, evangelisch oder gar nix sein wollen. Der Unterschied liegt darin, dass wir mit einem veganen Leben bis dahin keinem schaden und sogar noch einen entscheidenden Beitrag für einen gesunden Planeten und eine gesunde Umwelt leisten können – Win-Win sozusagen.

Eines Tages werden meine Kinder dann eine Entscheidung für ihre Zukunft als entscheidunsfähiger Mensch treffen und mir diese mitteilen. Entscheiden Sie sich, so weiter zu machen, dann wird es gut sein, dass sie vegan/vegetarisch gelebt haben. Wenn nicht, wird es ihnen nichts ausmachen, vegan/vegetarisch gelebt zu haben.

Sie lernen hier schließlich einen Wert, werden nicht dressiert, nicht gezwungen.

Deswegen würde es mir tatsächlich auch sehr schwer fallen, wenn sie dieser Ernährungsform eines Tages den Rücken kehren und Fleisch äßen. Ich hätte nämlich nicht das Gefühl, meine Kinder wären schlechtere Menschen weil sie nun doch Fleisch essen, sondern schlichtweg den Gedanken, meine Werte nicht transportiert zu haben. Sie nicht bindungsorientiert für ihr Leben gestärkt zu haben.

Dass ich mit 14 Jahren aus freien Stücken Vegetarier und ein paar Jahre später Veganer wurde, empfinde ich nicht als Rebellion gegen meine omnivoren Eltern sondern eher als ein Ergebnis ihrer Erziehung. Sie haben mich Gerechtigkeitssinn, Empathie, Reflexion, Hinterfragen und Entscheiden gelehrt. Und an diesem Punkt war nun also klar, dass ich keine Tiere mehr essen wollte. Dabei ist es geblieben. Ich verrate an dieser Stelle nicht mein wahres Alter, aber wir reden hier von mehr als einer Phase. Weit mehr, wie man sieht.

Es wird wohl leider mal dazu kommen, dass meine Söhne schneller etwas im Mund haben, als ich gucken kann. Dann ist das leider so. Aber solange ich kann, vermeide ich es. Ohne Verbote, ohne ihre Bedürfnisse oder Grenzen zu ignorieren. Der Große ist 2 Jahre alt, der kleine 6 Monate… „Brenzlige“ – oder sagen wir unangenehme Situationen sind schon alleine aufgrund dessen noch nicht entstanden.

Was wir hier tun ist für ihn Normalzustand.

Damit, dass es auf Kindergeburtstagen oder anderen Treffen Bockwurst gibt, die „wir nicht essen“, wird er leider früh genug und hoffentlich zunächst durch mich begleitet konfrontiert. Denn dann werde ich in die Situation kommen, ihm plausibel erklären zu können, wieso „wir das nicht essen“ und ihm die Entscheidung lassen, ob er es dennoch tun oder genau wie wir aus freien Stücken und Überzeugung verzichten möchte. Ich möchte und werde meinem Kleinkind-Sohn dann nicht eine so große Verantwortung aufladen, ihm von Massentierhaltung und schrecklichen Bedingungen zu erzählen – ich denke, der Grund, dass Tiere leider sterben müssen, damit Mensch Wurst essen kann und wir keinen Tieren wehtun möchten, sollte zunächst für den Einstieg reichen. Schließlich wachsen mit den Jahren auch seine Erfahrungen, Kompetenzen und damit auch sein Verständnis für größere Zusammenhänge.

Tja, Kathrin Rabenmutter – und wat machse, wenn dein Kind Wuass‘ essen will?

Nachdem ich eine ganze Weile an mir und meinen mütterlichen Fähigkeiten, Werte, Ethik, Moral und Stärke an mein Kind weiterzugeben, gezweifelt habe, setzen wir uns zusammen, stecken Bedürfnisse, persönliche Grenzen und was innerhalb dieser vertretbar ist ab, stellen fest, dass ich niemals Fleisch zubereiten oder in meinem Kühlschrank lagern werde und dass er entweder selber kochen oder auswärts essen muss, was er möchte. Kurzum: wir werden einen Kompromiss finden. Das macht eine Familie schließlich aus, oder?

Inspiriert von 2kindchaos Mo’s Frage auf Twitter, wie wir unseren Kindern erklären, wieso wir sie vegan oder vegetarisch ernähren, wollte ich zuerst eine Blogparade aus diesem Beitrag machen. Aber das Thema ist erstens absolut zeitlos und zweitens ist mein Text jetzt doch irgendwie Monolog und weniger Fragestellung geworden. Hier hat Mo sich übrigens selbst geäußert – ein wundervoller, empathischer und unzensierter Text, wie wir ihn viel häufiger gebrauchen könnten! *klick*

Aber bitte fühlt euch frei, die Kommentare so lang und ausführlich zu schreiben, wie ihr nur mögt und schildert mir, wie IHR es EUREN Kindern nahebringt:

  • Was sind eure Ansätze und Gedanken?
  • Wovor habt ihr vielleicht Angst?
  • Wie reagiert euer Umfeld?
  • Habt ihr vielleicht mit euren Kindern sogar schon konkrete Erfahrungen gesammelt?
  • Habt ihr ein oder mehrere Kinder, die sich tatsächlich entgegen eurer Überzeugung für oder gegen Fleisch entschieen haben?
  • Seid ihr euch mit eurem Partner einig? Ziehen alle an einem Strang?
  • Seht ihr in der veganen Lebensweise auch eine ethische Grundeinstellung oder findet ihr, ich mache zu viel Bohei?
  • Habt ihr euch, vielleicht selbst vegan lebend, eventuell sogar dagegen entschieden, euer Kind / eure Kinder vegan oder vegetarisch zu ernähren?
  • Oder seid ihr selbst omnivor und habt Kinder, die sich dagegen entschieden haben, Fleisch zu essen?

Ein tolles Beispiel für den letzten Punkt ist der Lieblingsbub, Sohn der Berlinmittemom, die in ihrem Blogpost „Meet the veggie boy – mein Kind will Vegetarier sein“ erst vorgestern berichtete, wie ihr Sohn plötzlich keine Tiere mehr essen möchte.

Setzt eure Blogbeiträge in die Kommentare oder schreibt mir gern auch, wenn ihr keinen Blog habt, euch aber eine Veröffentlichung hier bei mir wünscht. Oder eben als Kommentar.

Ich freue mich auf einen konstruktiven, fairen und interessanten Austausch!

20 comments

  1. Moin,
    ich lebe vegan, mein omnivor. Das ist im Alltag kein Problem, meistens koche ich für uns beide vegan und ab und zu gibt es für ihn halt Bratwurst und für mich Tofuwurst. Meinen 13 Monate alten Sohn ernähre ich vegetarisch. Das liegt in erster Linie daran, dass ich es mir nicht zutraue, ihn vegan zu ernähren. Ich hätte zu viel Angst, dass ich etwas falsch mache. Er wird von mir aber nie Fleisch bekommen.
    Ich werde es ihm aber auch nicht verbieten. Wie sollte ich ihm auch erklären, dass sein Vater ein Würstchen isst, er es aber nicht darf? Aber so lange ich es beeinflussen kann, werde ich meinen Sohn so vegetarisch wie möglich erziehen. Mein Mann unterstützt mich zum Glück dabei. Zwar bietet er unserem Sohn ab und zu mal ein kleines Stück Wurst an, aber nicht mit dem Tenor „damit du mal was richtiges bekommst“ sondern weil wir nach der Maxime leben, unser Sohn soll alles mal probieren können.
    Natürlich hoffe ich, dass er sich später einmal selbst für eine vegetarische oder sogar vegane Lebensweise entscheidet. Aber ich wäre nicht enttäuscht, wenn er sich für die Lebensweise meines Mannes entscheidet. Vielleicht ein wenig traurig.
    Liebe Grüße
    Claudia

    1. Du schon wieder 🙂
      Ja, deine Gedankengänge in Bezug auf die Ernährung deines Mannes sind die selben, die ich auch habe: wie erkläre ich ihm das? Bzw. es ihm vorzuenthalten wäre ein verbot, wäre sogar eine Hierarchie, nach dem Motto: Papa ist groß und kompetent, du nicht. Und was du willst, steht unter dem, was ich für dich entscheide. Ich bin froh, dass mein Mann wirklich nur Süßigkeiten und mal Käse haben möchte. Die Ausnahmen sind überschaubar, unserem Sohn das nahezubringen wird verhältnismäßig leicht. Ich hoffe, dein Mann unterstützt dich dabei. Dann denke ich, wird dein Sohn ebenso seine persönliche fundierte Entscheidung treffen können.

  2. Hallo Kathrin, ein sehr bewegender Bericht, danke dafür. Man merkt an deinen Texten, wieviel Herzblut du hineinsteckst.

    Wir leben zu Hause zu gut 95% vegetarisch – warum nur 95%? Weil wir auch ab und an Fleisch und Fisch einkaufen. Aber nicht aus Massentierhaltung und in Billigqualität, sondern in hoher Qualität und damit teuer. Definitiv ein Luxus bei uns, den wir uns nicht oft leisten.
    Unsere Kinder kennen tierische Produkte und wissen auch, wie sie entstehen und woher sie kommen. Und wir haben uns mit ihnen auch schon darüber unterhalten, warum wir Fisch und Fleisch nicht billig einkaufen und auch sonst auf den Konsum achten – wir leben in einer Gesellschaft des Überflusses.
    Dennoch hat unsere älteste Tochter entschieden, auf Fleisch und Fisch zu verzichten. Das ist für mich absolut in Ordnung und ich habe sie darin unterstützt. Dann wollte sie vegan leben und ich stieß an meine Grenzen: In der Schule aß sie mittags nichts, denn es gab nichts passendes. Ich merkte, dass sie müde und erschöpft nach Hause kam. Das wollte ich nicht und ich merkte, es tat ihr nicht gut.

    Ich bin überzeugt, dass eine vegane Ernährungsform für ein Kind keinerlei Risiken birgt, denn gerade Veganer kennen sich meiner Erfahrung nach mit Ernährung besonders gut aus. Das ist auch wichtig, damit es zu keinen Mangelerscheinungen kommt – und genau da beginnt meine Wissenslücke. Ich stand vor der Frage, wie ich den Wunsch meines Kindes respektieren kann, sie dabei unterstützen aber gleichzeitig darauf achten, dass sie keinen Schaden nimmt?

    Nach vielen Gesprächen fanden wir die Übereinkunft, dass sie weiterhin auf Fleisch und Fisch verzichtet, wenn sie möchte. Es gibt kein Muss, nur ein Wollen. Und auf der Basis kann sie gut Entscheidungen treffen, davon bin ich überzeugt.
    Liebe Grüße, Sylvia

    1. Liebe Sylvia,
      vielen Dank für deinen Besuch und für dein Feedback.
      Ich liebe deine Einstellung zu der Entscheidung deiner Tochter! Echt toll, dass ihr sie so begleitet. Veganismus ist komplex, die Ernährung muss man gut kennen und im Blick haben, da finde ich es absolut in Ordnung, dass ihr ihr die große Verantwortung noch abnehmt und da zusammen rein wachst. Schritt für Schritt – so würde ich es auch machen! Tolle Tochter hast du 🙂

  3. Ich lebe vegan, mein Mann omnivor. Für unseren Sohn habe ich die vegetarische Variante gewählt, weil er einfach zu viele Dinge nicht mag welche für eine vegane Ernährung notwendig gewesen wären. Da der Opa, der ihn auch mitbetreut ebenfalls gelegentlich Fleisch konsumiert, ist meine Sorge schon, dass ich die Werte nicht angemessen übermitteln kann. Besonders sorgt mich der gesundheitliche Aspekt, da Mann und Opa auch nicht mal Wert auf Bioprodukte legen. Kurz, die Sorge nicht gemeinsam an einem Strang zu ziehen ist bei mir sehr groß!

    1. Hm… Ei das klingt kompliziert. Zumal man für gewöhnlich die „älteren Generationen“ noch viel schlechter von Alternativen überzeugen kann als unsere… Hast du mit deinem Vater geredet und ihm deine Prioritäten klar gesetzt? Schließlich sind das ja auch deine Bedürfnisse und wünsche, die da respektiert werden müssen. Vielleicht könnte sich dein Vater wenigstens dazu überreden lassen, für dein Kind bessere Qualität zu kaufen. Nur für die Tage, an denen dein Kind bei ihm ist… Obwohl „Qualität“ in Bezug darauf natürlich auch so eine Sache ist…. Hach das würde mir auch Bauchschmerzen machen. Allerdings sollte das Gefühl nicht entstehen, weil du sozusagen darauf angewiesen bist, dass er aufpasst! In meinen Augen sind das zwei paar Schuhe. Fürs Betreuen bekommt er ein Dankeschön, Anerkennung, Blumen oder einen Gutschein, aber nicht die Legitimation, deine Entscheidungen in Bezug auf dein Kind zu torpedieren. Ich hoffe, ihr findet einen guten Kompromiss!
      Liebe Grüße,
      Kathrin

  4. Ich finde es ganz schön krass, dass du denken würdest, „deine Kinder nicht bindungsorientiert für ihr c Leben gestärkt zu haben“, sollten sie später mal Fleisch essen. Es dreht sich doch im Leben nicht alles um die Ernährung. Ich persönlich bin sehr gespannt auf die Pubertät meiner Kinder… 🙂 Aber ich stelle mir euren Alltag sehr anstrengend vor.Kindergeburtstage, Familienfeiern, Kita, Schule… so viele Situationen die man essenstechnisch planen muss vorher…

    1. Hallo Helen,
      Danke für deinen Besuch und dein Feedback!
      Man empfindet es als stressig, wenn man sich damit noch nicht viel beschäftigt hat, denke ich. Für mich sind es nur sehr wenige Handgriffe. Vieles mache ich aus dem Stegreif, weil die Vorratsschränke voll sind und ich auch spontan auf die Wünsche der Jungs eingehen kann / könnte. Für uns ist das alles selbstverständlich und eben ein Punkt, der mit die oberste Priorität hat. Und auch wenn du natürlich Recht hast, und sich nicht alles um Ernährung dreht, so wären meine Gedanken und Gefühle aber tatsächlich so. Tausche Ernährung oder Speziesismus gegen Nächstenliebe oder Rassismus. Oder gegen Gewalt an anderen Menschen. Sexismus. Demütigung. Und so weiter. Alles wichtige, ethische Werte in unserem Familienleben. Bei all diesen Themen wäre ich enttäuscht und würde mich so fühlen, wenn meine Kinder eine gänzlich andere Richtung einschlagen und eben nicht mitnehmen, was ich versuche Ihnen mitzuteilen.
      Liebe Grüße,
      Kathrin

  5. Hallo
    Ein toller Text. In der Zwickmühle stecke ich hier auch. Auch wenn ich nicht vegan sondern vegetarisch leben möchte. Mein Mann ist ein absoluter Fleisch Liebhaber. Zumindest konnten wir uns im großen und ganzen darauf einigen das es nur 1-2 Mal die Woche Fleisch gibt. Und dann auch nur von einem Hof mit kleiner Bio Herde (Rind) die ganz jährig draußen gehalten werden. Aber schon wegen den vegetarischen Essen kann ich mir aus meiner Familie anhören die Kinder würden Mängel bekommen. Komisch meine Kinder sind selten krank, die große 11J. sogar seid 2 Jahren seid wir aus der Stadt aufs Land gezogen sind gar nicht mehr. Ich werde weiter vegetarisch mit ihnen Essen. Wir haben für Eier eigene Hühner im Garten die bei Wind und Wetter raus können. Haben sie Legepause haben wir halt Pech gehabt. Gemüse wird im Garten mit den Kindern angebaut. Wir klären Sie schon jetzt über konventionelle Haltung auf und konventionellen Pflanzen an Bau. Auch unser Umgang mit Plastik. Was glücklicher Weise auch vom Kindergarten aufgegriffen wurde und in Projekten mit den Kindern bearbeitet wurde.
    LG Desiree

    1. Hallo Desiree,
      Danke für deinen Kommentar.
      Bei einer ausgewogenen Ernährung gibt es absolut keinen Grund für einen Mangel an Nährstoffen. Das gilt für Omnivore, Vegetarier und Veganer. Das Zauberwort ist: AUSGEWOGEN. Aber ja, das Vorurteil, das ginge nur mit Fleisch, hält sich sehr tapfer in den Köpfen vieler Menschen… Für diese Diskussionen wünsche ich dir viel Kraft!

      Und, was eure Regelung angeht: jeder noch so kleine Schritt in diese Richtung ist eine Hilfe! Und wenn es deinem Mann schmeckt und du ihn mit leckerem Essen überzeugen kannst, dann werden aus den 2 Tagen vielleicht bald 3 oder 4 … Und so weiter 🙂
      Viel Erfolg und alles Gute!

  6. Hallo liebe Kathrin. 🙂

    Mein Mann und ich leben beide vegan. Er durch mich seit etwa einem halben Jahr, ich schon einige Jahr mehr.
    Unsere Tochter wird Ende Mai/Anfang Juni geboren und wir wollen Sie so lange wie möglich vegan ernähren.
    Solange wie möglich heißt, dass wir leider nicht in einer veganen Wunschwelt leben und sicherlich ab einem gewissen Alter auf Probleme stoßen werden. Vielleicht sogar schon vor dem Kindergarten, wenn sie von Oma und Opa betreut werden, die von unserer veganen Lebensweise gar nichts halten.
    Aber bei allem, das wir entscheiden, was zu Hause gegessen wird, was auf Ausflügen gegessen wird etc. wird es vegan sein, denn wir leben vegan aus Überzeugung und es gibt für uns keinen Grund unserem Kind Tierprodukte zum Essen zu geben.
    Damit haben wir uns sicher den schwereren Weg „ausgesucht“, aber wir sehen keinen anderen Weg für uns und unser Kind/unsere Kinder.

    Lieben Gruß

    Julia

    1. Hallo Julia,
      Danke für deinen Besuch!
      Du hast Recht, wir leben leider nicht in einer veganen Welt. Noch nicht! 😉
      Wenn ich bedenke, was es im Vergleich zu heute vor fast 15 Jahren als ich Vegetarier wurde, nicht gab, oder was ich alles selbst machen musste als ich Veganer wurde – das war kein Vergleich zu heute! Es hat sich so viel verändert, so viel gebessert. Es besteht Hoffnung, dass wir in ein paar Jahren wenn unsere Kinder in die Schule gehen schon weniger Diskussionen führen müssen als wir es heute tun müssten 😉 Wir drücken mal alle Daumen!

  7. Danke für diesen Beitrag und Deinen überhaupt superlesenswerten Blog! Mich interessiert, wie es mit der Kitaplatzsuche weiterging, die für uns als ebenfalls vegan-vegetarische Familie auch grad anliegt.
    Liebe Grüße,
    Birthe

  8. Hallo Kathrin,
    das ist ein sehr interessanter Artikel, vor allem für mich als Nicht-Veganerin. Danke für die viele Mühe, die du dir mit deinem Blog gibst. Bei mir steht die Gesundheit meines Kindes an allererster Stelle, vor allem, wenn es um die Ernährung geht und da sehe ich für mich einen veganen Ernährungstil nicht in Einklang mit meiner Vorstellung von gesunder Ernährung. Wir essen wenig Fleisch und Fisch und alles aus biologischer Tierhaltung und artgerechtem Fischfang. Das ist mir wichtig. Ich persönlich könnte überhaupt nicht vegan leben und ich denke, dass es auch unterschiedliche Körper gibt. Wir sind ja nicht alle gleich und für manche ist es sicherlich gesund, sich vegan zu ernähren. Für andere wiederum nicht. Das ist auch eine Frage des jeweiligen Stoffwechsels.
    Bei uns in der Kita gibt es biologisches und vegetarisches Essen, es wird aber auch Tofu konsumiert. Ich habe mich ausdrücklich dagegen entschieden, meinem Sohn Soja zu essen zu geben und auch in der Kita achten sie zu meiner großen Freude darauf. Soja ist ein sehr häufig gen-behandeltes Produkt, das durch eine hohe Konzentration an Östrogenen auffällt. Ich möchte nicht, dass mein so junger Sohn mit dieser enorm hohen Konzentration an weiblichen Hormonen dauerhaft konfrontiert ist. Für mich ist das zum Beispiel ein No-Go und ich verbinde Tofu grundsätzlich besonders mit veganer Ernährung (was, wie ich auch weiß, selbstverständlich nicht so sein muss).
    Gerne möchte ich noch eine Sache zu bedenken geben. Du und auch andere Kommentatorinnen schreiben, dass ihr eure Kinder nicht daran hindern werdet, sollten sie sich später doch einmal für eine nicht-vegane Lebensweise entscheiden. Ich habe mich sehr intensiv mit Darmgesundheit, auch in Bezug auf kleine Kinder und deren Entstehung des Darms mit den ganzen guten Bakterien und Enzymen, die helfen, das Essen optimal zu verdauen. Leider ist es so, dass der Körper in den ersten 2-3 Jahren die Grundlagen für die Darmgesundheit für das ganze restliche Leben ausbildet. Sollte ein Kind demnach vegan leben in dieser Zeit, dann ist es dem Darm später nicht möglich, tierisches Protein zu verdauen. Daher hat das Kind demnach eigentlich keine Wahlmöglichkeit mehr und sollte sich den Rest des Lebens vegan ernähren.
    Viele Grüße, Nora

  9. Hallo,
    ich habe deinen Blog gerade erst entdeckt und bin wirklich froh SOVIEL EHRLICHKEIT zu begegnen. Das fehlt mir in ganz vielen anderen Blogs. Dies liegt mir sehr am Herzen, da ich gerade ein Projekt plane, in dem es um Wahrhaftigkeit in Bezug zur begabungs- und fähigkeitsorientierten Sozialisation im Kindes und Erwachsenenalter geht. Dabei soll es auch darum gehen sehr ehrlich mit sich und seiner Umgebung umzugehen und sich frei zu machen von den ganzen „Rollenbildern“ bzw. „Rollenvorstellungen“. Leider bin ich bereits auf Kritik (sogar im Freundeskreis) gestoßen, die, wie sie meinen „Jammerblogs“ für nicht erstrebenswert halten. Man war ich baff. Ich stehe immer noch voll und ganz hinter dem Konzept und finde deinen Blog, mit allen positiven und vor allem negativen Facetten des Alltags für sehr sehr lesenswert. Denn nur so kann sich wirklich etwas verändern in dieser Gesellschaft, weg von der „Gewinner-Verlierer-Mentalität“ und den übersteigerten Vorstellungen hin zum „Mensch-Sein“.
    Aber eigentlich wollte ich direkt auf den Blogpost eingehen. Wir leben vegetarisch pro vegan. In stressigen Situationen unterliegen wir immer noch unseren alten Verhaltens- und Bewältigungsstrategien und greifen auf Käse und Ei oder richtige Butter zurück. Es ist schwer für uns in diesen Momenten nicht gereift genug reagieren zu können – aber wir vertrauen auf unsere innere Entwicklung.
    Unser Sohn ist 11 Monate alt und wird gestillt, isst aber bereits Kartoffeln, Gemüse, Obst, HaferFrüchteBrei usw. Er hat bisher keine tierischen Produkte innerhalb der Beikost erhalten und eigentlich wollten wir das so beibehalten. Leider wird der Druck „von außen“ immer größer.
    Die Familie von mir drangsaliert uns bei jedem Zusammentreffen, wie gefährlich das sei, wir würden dem Kind unsere Lebensweise aufdrängen, er würde ganz sicher Schäden davon tragen usw usf… Das stecken wir immer noch ganz gut weg – nun hat unsere Kinderärztin jedoch noch einen drauf gelegt. Sie war sowieso nicht sonderlich erfreut darüber – hat nun nach einer Blutentnahme jedoch fast „triumphierend“ mitgeteilt, dass wir unsere Einstellung bei Vitamin-B12 Mangel überdenken sollten.
    Erstmal: Wir haben nie auch nur ansatzweise unsere Vorstellung von Ernährung dort beweihräuchert oder ähnliches – warum müssen viele Menschen sich dann fast schon schadenfroh (und das als Ärztin) benehmen?!
    Andererseits machen wir uns nun unsere Gedanken ob wir unserem Kind damit schaden könnten. Die anderen ganzen Werte sind ok, wenn auch nicht optimales Mittelfeld. Wir haben sofort den Arzt gewechselt zu einer, wie soll ich es sagen, mehr ganzheitlich orientierten Kinderärztin. Diese riet uns jedoch auch dazu mindestens einen Fleischtag in der Woche einzurichten. Oh man!
    Wir haben als Alternative „la vita“ als Ergänzungsmittel empfohlen bekommen.
    Traurig waren wir über das Blutbild, da wir uns wirklich Mühe gegeben haben: von Chiasamen bis Hülsenfrüchte, sogar Sango, soviel dabei.
    Deshalb interessiert mich brennend wie das bei euch ist? Lasst ihr per Blutbild die Vitamine usw. mal kontrollieren? Wie gehst du mit der Möglichkeit einer Unterversorgung um?

    Liebe Grüße und vielen Dank für deine Offenheit, Nicole

    1. Liebe Nicole,
      puh… also, erstmal: vielen Dank für die Blumen 🙂 Es freut mich sehr, dass meine Leser erkenne, worum es mir geht, nämlich um Authentizität und Ehrlichkeit. Wenn das gut ankommt, dann ist mein persönliches Ziel erreicht 🙂

      Und nun zu deiner Ärztin: es war die richtige Entscheidung zu wechseln. Einem Patienten eine vegane Ernährung auszureden ist nicht mehr zeitgemäß. Es gibt ein paar wichtige Regeln und Details, die man kennen und beachten muss, aber das ist bei einer omnivoren Ernährungsweise nicht anders. Wer gesund leben will, der muss abwechslungsreich und ausgewogen essen – so ist das nun mal. Ärzte sind keine ausgebildeten Ernährungsberater. Das Studium ist nicht auf Ernährung ausgelegt, das Thema macht nur einen sehr kleinen Teil aus. Deswegen gibt es ja das Berufsfeld des Diätassistenten, Gesundheitsberaters und Ernährungswissenschafftlers / Ernährungsberaters. Man möge mir verzeihen, dass ich die weibliche Form hier weg lasse, soll nicht diskriminierend sein, nur schnell gehen 😉 Mit einem bestimmten Leiden gehe ich zum spezialisierten Arzt, es gibt aber eben keinen Arzt für die Ernährung, weil es nun mal keine Krankheit ist. Ich würde also an deiner Stelle auf ihre Meinung und auch auf die des neuen Arztes solange noch nicht so enorm großen Wert legen, wie ihr euch nicht habt ganzheitlich von einem Ernährungsberater beraten lassen. Ich empfehle da ganz klar meine liebe Carmen von http://www.vegane-familien.de , die ausgebildete Ernährungsberaterin ist und noch dazu spezialisiert auf vegane (Kinder-) Ernährung. Beratungsgespräche führt sie auch über Skype. Mit einem solchen Gespräch wirst du bielleicht einen Teil deiner Angst los und sicher kann sie dir noch mehr Tipps geben, die Werte wieder auf Vordermann zu bringen.

      Was B12 angeht, gibt es nur eine Regel: IMMER SUPPLEMENTIEREN! Eine vegane Ernährung beinhaltet kein B12 und auch wenn es in sehr wenigen Produkten (der Marke Alpro zum Beispiel) angereichert ist, so reicht das niemals aus um den Bedarf zu decken. Also, immer immer immer immer und ausnahmslos supplementieren. Wir nehmen die Jarrows Kautabletten für mich und Bubba Ray und die Ankermann Tropfen für D-Von, der ja noch keine Backenzähne hat 😉 Du findest alle ausführlichen Informationen auf http://www.vitaminb12.de, dort auch eine Auflistung möglicher Präparate. Aber es MUSS immer gegeben werden. Daran ist nichts zu rütteln.
      Mit einem hochdosierten B12-Supplement solltet ihr den Wert aber schnell wieder in den Griff kriegen. Wie hat sie das Holo TC denn getestet? Urin oder Blut? Es gibt auch Selbsttestsets im Internet, da kannst du Zuhause Urin (ist zuverlässiger) abnehmen und beim Arzt einreichen und einschicken lassen. Wäre auch noch eine Idee.

      Es kommt auch darauf an, in welcher Kombination ihr die Lebensmittel zu euch nehmt. Eisen zum Beispiel wird nur in Verbindung mit Vitamin C aufgenommen. Das heißt ein Vollkornmüsli mit Früchten oder zum Hirsebrei ein Glas Orangensaft, am besten frisch gepresst. Das gilt nicht nur für Veganer, ein Omnivorer kann so viel rotes Fleisch essen wie er will, wenn er kein Vitamin C dazu nimmt, wird die Aufnahme gehemmt 😉 Also lass dich nicht verrückt machen! Gleiches gilt für Vitamin D: die Sonne scheint hier einfach zu wenig. Also werden selbst jene Europäer, die Milchprodukte, die ja Vitamin D enthalten, zu sich nehmen, im Winter tendenziell einen Vitamin D – Mangel haben. Frauen neigen zu Folsäure und Ferritin Mangel (wegen der Monatsblutung), Männer zu schlechteren Schilddrüsenwerten (sehr häufig bei übermäßigem Fleischkonsum) und so weiter und so fort. Es ist nicht so sehr der Titel der Ernährungsform, sondern das WIE dahinter. Ein guter Tipp: es gibt eine vegane Ernährungspyramide als Plakat. Dort sind die täglich benötigten Lebensmittel inkl. Angaben aufgeführt. In meiner Küche hängt die seit geraumer Zeit, es ist wie ein kleiner Spicker 😉 Die kannst du z.B. bei alles-vegetarisch.de bestellen.

      Und zu guter Letzt: meinen Kindern lasse ich nie Blut abnehmen. Bei Bubba Ray würde das auch schiefgehen, er wäre traumatisiert. Allerdings musste er im März diesen Jahres wegen einer Influenza ins Krankenhaus und dort wurden die Blutwerte bestimmt. Sie waren völlig unauffällig. Meine eigenen lasse ich spätestens alle 2 Jahre testen. Aber wieso sollten Veganer auch häufiger testen als Omnivore? Meistens sind Letztere viel schlechter über Ernährungsthemen informiert und plappern einfach nur nach, was Ärzte seit Jahrzehnten (falsch) propagieren.

      Also; kurzum: Arzt wechseln (habt ihr schon, gut so), Ernährungsberatung machen, Plakat aufhängen und Tagesbedarf decken, B12 IMMER supplementieren und ausgewogen essen. That’s it- Gar nicht so schwer 🙂

      Solltest du noch Fragen haben oder so, dann melde dich gern jederzeit wieder.
      Liebe Grüße!

  10. Also getauft werden Sie nicht weil die Entscheidung später bei Ihnen liegen soll? Veganes Essen&co wird aber pauschal von den Eltern entschieden ohne, dass die Kinder überhaupt die Wahl haben, weil sie es auch nicht anders kennen. Bei den Eltern war es doch auch eine „bewusste“ Entscheidung, warum darf es bei den Kindern keine freiwillige Entscheidung sein?

    1. Genau – das war der Vergleich: das ist es nie. Es ist nie eine freiwillige Entscheidung. Wenn ich sie taufe, entscheide ich. Wenn ich sie nicht taufe, entscheide ich. Wenn sie Fleisch essen, entscheide ich. Wenn sie keins essen – entscheide ich. Ich entscheide immer – und darum entscheide ich eben auch nach meinen ethisch-moralischen Werten. Getauft werden ist mir persönlich nicht wichtig. Tiere nicht für unseren Abendbrottisch zu töten schon. Und zwar sehr.

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