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„Die Herausforderungen des Alltags lassen uns wachsen“ – Verena über #ZweiunterZwei

Verena war eine der lieben Menschen, die meinem Aufruf auf Twitter gefolgt sind und meine Fragen per Mail beantwortet haben. Ihre Kinder sind 2012 und 2014 geboren, im Abstand von 18 Monaten und damit sind wir und ich ja quasi Verbündete (zur Erinnerung: hier 19 Monate Abstand). Der Abstand war zufällig und auch damit sind wir, wie ihr wisst, verbündet. Und allgemein muss ich sagen, dass ich beim Lesen ihrer Antworten sehr häufig nicken oder schmunzeln musste und sehr viele Ähnlichkeiten festgestellt habe. Meine Antworten, so ich denn welche gegeben hätte, wären in fast allen Punkten sehr identisch ausgefallen. Aber dazu kommen wir spätestens beim Schlusswort nächste Woche, jetzt lest ihr erst einmal, was Verena über den Abstand denkt und wieso sie es wieder tun würde.

 

Vorhang auf für Verena und ihre Einblicke in #ZweiunterZwei

 

Was sind die größten Herausforderungen bei Kindern, in so kleinem Abstand? Sowohl direkt zu Beginn als auch später noch?

Da beide noch Nestschutz benötigen, ist es schwierig, ihnen gerecht zu werden. Einer muss immer zurückstecken, das tut manchmal der Mamaseele weh. Aber auch später meldet sich immer wieder das schlechte Gewissen. Da beide zu Beginn noch nicht soviel verstanden haben, fand ich es auch schwierig, ihnen bestimmte Dinge begreiflich zu machen. Z. B., dass der Große eben kurz im Wohnzimmer warten soll, damit ich die Kleine mittags ins Bett bringen kann.

 

Welche Zeit nach der Geburt des zweiten Kindes fandest du am herausforderndsten / schönsten / schlimmsten?

Herausfordernd: beide gleichzeitig oder hintereinander ins Bett zu bringen. Vor Abenden, an denen ich alleine war, hatte ich immer Panik. Der Große wurde eigentlich noch in den Schlaf begleitet, das konnte ich nicht, da ich die Kleine auf dem Arm hatte.

 

Und wir als Ehepaar. Das existierte monatelang nicht. Durch Müdigkeit und allen anderen Anstrengungen, sahen wir uns das ein oder andere Mal schon vorm Scheidungsrichte. Wir haben jetzt aber einen Weg gefunden und es wird auch vieles einfacher. Wir gehen beide wieder zum Sport und haben so unseren Ausgleich.

 

Am Schönsten: Anfangs war ich oft am Rande der Erschöpfung und hatte keine Ahnung, wie ich das alles schaffen sollte. Der Große war zudem in der Trotzphase, was sehr anstrengend war. Der schönste Moment war eigentlich, nach einigen Monaten, die Erkenntnis: hey, ist ja alles gar nicht so schlimm, alles hat sich eingespielt, wir haben einen „Rhythmus“.

 

Am Schlimmsten: Die Mutter-Kind-Kur, da waren beide 1 und 2. Sehr blauäugig von mir, diese Kurz zu machen, aber wir sind sehr an diesen 3 Wochen gewachsen und vieles erscheint nicht mehr so schlimm. Ich habe erfahren, was ich alles alleine mit den beiden schaffen kann.

 

Vor- und Nachteile des Altersabstandes: Gibt es sie? Was sind sie für dich?

Vorteile: jetzt nach 2,5 Jahren ernten wir unsere Früchte 🙂 Beide gehen überwiegend sehr liebevoll miteinander um. Die Windelwechselei haben wir fast gleichzeitig durch. Der Große ist ein so liebevoller Bruder, dass es einem manchmal das Herz zerreisst vor Glück. Beide sind lange Zeit zusammen im Kindergarten / in der Grundschule / Schule.

 

Nachteile: dass das Verständnis beim Großen anfangs fehlte und wir ihm einiges nicht begreiflich machen konnten, da er einfach noch zu klein war.

 

Es sind 0 Grad und Schneeregen, du musst mit beiden Kindern zum Kinderarzt. Dein Baby ist 4 Monate alt, dein Kleinkind entsprechend eures Abstandes älter. Zusätzlich hat es Angst vorm Kinderarzt. Der Termin ist morgens um 8 Uhr. Ihr fahrt 20 Minuten mit dem Auto, das Baby wird voll gestillt. Es gibt keine Parkplätze, nur ein Parkhaus in der Nähe (ca. 5 Min. Fußweg). Wie löst du das?

Früh genug aufstehen, die Kleine stillen, der Große bekommt seine Flasche, Kika an, waschen, anziehen, rein ins Auto, ab ins Parkhaus, Kinderwagen aus dem Auto, den Kleinen drauf gesetzt oder auf den Arm oder aufs Buggyboard und zum Kinderarzt. Den Großen habe ich vorher mit Gummibärchen bestochen.

 

„Das sagt einem ja auch keiner“ – worauf hättest du dich gern vorher eingestellt?

Es ist gut so wie es ist, ich hätte vorher nicht gerne gewusst, was da auf mich zukommt.

 

Schonungslos: hast du ein Lieblingskind?

Kommt auf die Phase des Kindes an 😉

 

Und zu guter Letzt: würdest du es wieder genauso tun? Und wenn ja, warum?

Ja, würde ich. Weil es einfach toll ist, mit unseren beiden Kleinen. Sie sind fast wie Zwillinge und die Herausforderungen des Alltags lassen uns so sehr wachsen.

 

Die bisherigen Interviews findet ihr hier: #ZweiunterZwei

 

Bildquelle: www.pixabay.com

 

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