Ein Manifest für die Geborgenheit: die Bücher von Susanne Mierau

Ein Manifest für die Geborgenheit: Susanne Mierau „Geborgen Wachsen“ und „Geborgene Kindheit“ (Rezension)

Rezension

Es ist fast ein wenig albern, diese Bücher zu rezensieren. Nicht, weil sie es nicht verdient hätten, sondern weil ich mir ganz sicher bin, dass jede/-r der/die hier regelmäßig mitliest, weiß, welch große Meinung ich von Susanne Mierau, ihrem Blog und ihrer Arbeit habe. Sie war eine der ersten ReferentInnen, die wir für die FEBuB – Familienkonferenz für Elternschaft, Bindung und Beziehung angefragt haben, einfach, weil sie eben für genau diese Dinge steht. Weil sie für Geborgenheit steht, wie keine Zweite. Damit ihr aber mal was anderes lest als nur mein Fangirl-Gequatsche, möchte ich euch heute ihre Bücher vorstellen und ich sage gleich dazu: ganz ohne Fangirling ging es da dann doch nicht.


Geborgen Wachsen – das Buch zum Blog

 

Geborgen wachsen: Wie Kinder glücklich groß werden und Eltern entspannt bleiben* – Susanne Mierau

Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-466-31062-3

Erschienen: 28.03.2016

 

Tatsächlich ist es so, dass ich ohne Susanne niemals etwas von bindungsorientierter Elternschaft gehört hätte und mich vielleicht auch nicht auf die Suche danach gemacht hätte – wer weiß. Egal wie ich es auch drehe und wende: der Grund, dass all das was heute existiert eben existiert ist, weil ich eines Tages bei ihr las und mich angesprochen fühlte. Aus einem Abend wurde eine Woche, aus ein paar Blogtexten eine Haltung, aus einer Haltung eine Überzeugung und aus meiner Überzeugung dann ein eigenes Blog.

Mittlerweile ist aus ihrem Blog ein Buch – nein, Verzeihung – ZWEI Bücher geworden, plus einige weitere und alle beschäftigen sich eingehend mit bindungsorientierter Elternschaft und ihrer Vision, Eltern auf diesem Weg und für diese Entscheidung stark zu machen.

Genau das tut das Buch „Geborgen Wachsen“ nämlich auch. Es sagt nicht „Stille dein Baby und es wird automatisch den Schulabschluss schaffen“. Es hilft viel mehr, Eltern zu erklären, was alles und wie umfangreich, Geborgenheit tatsächlich ist. Dabei ist es nicht schwierig, sie zu leben, nicht kompliziert und ganz sicher auch kein Verwöhnen. Nein, es ist ein Gefühl, das tief in uns allen und unserem angeborenen Wunsch nach Verbundenheit ist. Mit ihrem Buch hilft Susanne allen Eltern, die in Verbindung mit ihren Kindern leben wollen, stets auf dieses Gefühl zu vertrauen und ihm den Raum zu schenken, den es braucht, damit ein Kind geborgen wachsen kann.

 

 

Geborgene Kindheit – der Nachfolger für die Kleinkindzeit


Geborgene Kindheit: Kinder vertrauensvoll und entspannt begleiten* – Susanne Mierau

Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-466-31077-7

Erschienen: 22.05.2017

Die vielen Stunden, die ich im Treppenhaus vor der Kita-Gruppe meines Sohnes während seiner Eingewöhnung verbrachte, die verbrachte ich auch mit diesem Buch. Zunächst war es eine demonstrative Geste: die Menschen, die eine schnelle Eingewöhnung für meinen sensiblen Sohn und wider unserer bindungsorientierten Haltung unseren Kindern gegenüber wollten, sollten sehen, dass meine Ideen nicht von ungefähr kommen. Ich wollte fast provozieren, dass sie durch das Treppenhaus laufen und mich DIESES Buch lesen sehen. Hat nicht geklappt, dafür aber habe ich mich in vielen Punkten bestärkt, neu inspiriert aber vor allem immer abgeholt gefühlt. Denn in „Geborgene Kindheit“ macht die Mutter dreier Kinder alle Eltern für die Reise durch die Autonomieentwicklung ihrer Kinder stark und entmutigt sie, mitzugehen, anstatt in der eigenen Herausforderung und anerzogenen Mustern zu verharren.

Sie liefert neue Blickwinkel und Erkenntnisse und tut dies in ihrer sehr speziellen, sehr eigenen Art: leise, sanft, vor allem ohne Zeigefinger. Kein Thema der Kleinkindzeit wird ausgelassen: Schlafen, Essen, Wickeln, Töpfchentraining, Schnullerentwöhnung, Autonomie… und viele weitere Teilbereiche schmücken dieses Buch.

Es liegt in meinen Kursen auf dem Büchertisch und hin und wieder fotografiere ich nun auch die zusammenfassenden Stichpunkte nach jedem Kapitel für eine „meiner“ Mütter ab oder suche mir Zitate oder Infos heraus, die ich für meinen täglichen Beruf nutzen kann.

„Geborgene Kindheit“ ist ein herausragend schönes Buch über die vielleicht wichtigste Zeit deines Kindes und es hat genau ein Manko: es ist ein paar Generationen zu spät geschrieben worden.

 

Fazit

Es ist nicht nötig hier noch einmal zu betonen, dass ich beide Bücher uneingeschränkt empfehlen kann und dennoch tue ich es. Jede von „uns“ Elternbloggern hat ihre/seine ganz eigene Stimme. Und jede/-r seinen/ihren ganz eigenen Weg. Ich frage mich aber oft, wie vielen es so geht wie mir. Wie viele von all den zauberhaften Menschen da draußen sich mit dem Vorwurf des „Verwöhnen“ oder „Verziehens“ konfrontiert sehen und die genau dann gute und fundierte Begründungen oder gar Rechtfertigungen brauchen, um sich nicht ganz so sehr als Alien zu fühlen. Mütter und Väter, die ihre Kinder in außenfamiliäre Betreuung eingewöhnen und in Treppenhäusern sitzen, ein Buch lesend, aus dem eigentlichen Grund der Hilf- und Ratlosigkeit. Für all diese Menschen hat Susanne zwei Bücher geschrieben und am 13.09. erscheint ihr nächstes Buch zur „Trotzphase“: Ich! Will! Aber! Nicht!: Die Trotzphase verstehen und gelassen meistern (GU Einzeltitel Partnerschaft & Familie)* Selbstverständlich werde ich auch das lesen und selbstverständlich werde ich auch das wieder für euch rezensieren.

Bis dahin kann ich euch nur empfehlen, euch die bereits erschienen Bücher von Frau Mierau zu kaufen und zu lesen. Zu lernen, zu wachsen und umzudenken. Ihre Bücher sind in meinen Augen nämlich ein wahres Manifest für die Geborgenheit und das geborgene Aufwachsen unserer Kinder.

 

Übrigens: Susanne Mierau könnt ihr in einem Vortrag auf der FEBuB am Samstag, den 18.11.2017 in Bochum erleben. Titel ihres Vortrages lautet „Geborgene Eltern, geborgene Kinder! Das Gleichgewicht in der Familie schaffen!“ und könnte besser nicht zur aktuellen Debatte um sich-aufopfernde Mütter passen.

 

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