#HochsensibleMütter - die Interviewreihe

„Genau so habe ich es mir vorgestellt!“ Farina über #ZweiunterZwei

Schlafmangel, Zerrissenheit und schlechtes Gewissen. Wenn mich jemand bitten würde, die ersten Monate mit Kindern im Altersabstand von unter zwei Jahren in drei Worten zu beschreiben, es wären genau diese drei. Farina ist Mutter von absichtlich nur 16,5 Monate von einander entfernten Kindern und macht den Anfang bei #ZweiunterZwei. Heute sind ihre Kids 24 und 7 Monate alt und es wird langsam entspannter, sagt sie. Aber lest selbst.

 

Vorhang auf für Farina und ihre Einblicke in #ZweiunterZwei

 

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Was sind die größten Herausforderungen bei Kindern in so kleinem Abstand? Sowohl direkt zu Beginn als auch später noch?

Also zu Beginn fängt es damit an, dass die „Baby-Kuschelzeit“ wenig bis gar nicht stattfindet. Der Große war noch nicht in der Kita und ein echter Wirbelwind. Das heißt, sobald man Zuhause ist, ist man wieder genauso gefordert wie vorher. Das hat man bei dem ersten Kind nicht und ich glaube auch nicht so doll wenn das Kind schon älter ist und sich eventuell auch mal alleine anziehen kann etc. Unser Großer ist gerade mal seit 2 Monaten gelaufen, als der Kleine kam und schlief noch nicht durch. Das war alles echt hart! Mir kam es vor, als wenn ich zwei Babys hätte 😉 aber mit total verschiedenen Bedürfnissen! Der Große will mit Mama toben und das Baby nur kuscheln und gestillt werden. Das war auch so ein Punkt, mit dem Stillen! Ich musste am Anfang alle 2 Std stillen mit einem tobendem Kleinkind auf mir. Oder die Einschlafbegleitung für den Großen mit Baby an der Brust. Dann schliefen die beiden gegensätzlich sodass man auch keine Minute Zeit hat, den Schlaf nachzuholen, den man nachts nicht bekommt, weil man ein Baby und ein nicht-durchschlafendes Kleinkind hat. Jetzt mit 7 Monaten wird es einfacher! Aber erst jetzt!

 

Welche Zeit nach der Geburt des zweiten Kindes fandest du am herausforderndsten / schönsten / schlimmsten?

Die ersten Monate  Jetzt wird es richtig schön. Die beiden fangen an zu interagieren und das Baby wird immer gelassener und kullert auch mal alleine rum. Die größte Herausforderung fand ich das Schlafenlegen! Der Große schläft nur mit der Hand ein. Also wohin mit dem Baby  Mein Mann arbeitet viel und lange, das heißt: ich bin viel mit den Kindern alleine.

 

Vor- und Nachteile des Altersabstandes: Gibt es sie? Was sind sie für dich?

Vorteil, wie ich hoffe, ist, dass die Kinder sich irgendwann toll miteinander beschäftigen können und dass dieses „Geschwisterband“, welches man von Zwillingen kennt, auch bei unseren Jungs besteht. Nachteil ist auf jeden Fall, dass jedem Kind ein bisschen die Zeit genommen wird. Sowohl dem Großen als auch dem Kleinen. Der Große muss oft warten wenn das Baby trinkt und der Kleine muss halt funktionieren wenn wir irgendwo hin müssen. Dann wird er auch mal schlafend in den Maxi Cosi gesteckt. Das hätte ich beim Großen nie gemacht! Da konzentrierte sich alles auf ihn!

 

Es sind 0 Grad und Schneeregen, du musst mit beiden Kindern zum Kinderarzt. Dein Baby ist 4 Monate alt, dein Kleinkind entsprechend eures Abstandes älter. Zusätzlich hat es Angst vorm Kinderarzt. Der Termin ist morgens um 8 Uhr. Ihr fahrt 20 Minuten mit dem Auto, das Baby wird voll gestillt. Es gibt keine Parkplätze, nur ein Parkhaus in der Nähe (ca. 5 Min. Fußweg). Wie löst du das?

Ein ganz normaler tag bei uns würde ich sagen 😉 Hilft ja nichts, also früh aufstehe, Kind stillen, beide Kinder anziehen, Kinderwagen ins Auto, losfahren und dort angekommen Baby (welches hoffentlich eingeschlafen ist) im Maxi Cosi in den Kinderwagen und das andere Kind an die Hand. Während das kleine Kind schlummert, den Großen beruhigen. Richtig spannend wird es erst, wenn Mama den Kinderwagen vergessen hat und der Große auch noch eingeschlafen ist. (Mehrfach passiert)

 

„Das sagt einem ja auch keiner“ – worauf hättest du dich gern vorher eingestellt?

Genauso habe ich mir das vorgestellt! Wir haben im Bekanntenkreis viele Menschen mit Kindern in dem Abstand daher wussten wir ja, wie toll das später sein kann. Wir wurden oft gewarnt und auch Sprüche kamen wie „Seid ihr irre?“ Aber das alles am eigenen Leib zu erfahren, diese Zerrissenheit zwischen den Kindern, das schlechte Gewissen und vor allem DER SCHLAFMANGEL, das merkt man erst wenn es soweit ist.

 

Schonungslos: hast du ein Lieblingskind?

Nein! eE fällt mir nur leichter auf den Großen einzugehen, weil ich ihn schon etwas länger kenne 😉 Das Baby entwickelt seine Persönlichkeit ja noch.

 

Und zu guter Letzt: würdest du es wieder genauso tun? Und wenn ja, warum?

Puuuuhhhh,, nachdem ich die Fragen bekam, habe ich mich das selber oft gefragt. Ich glaube nicht. Ich würde noch so 6 Monate warten.

 

 

 

Bildrecht Farina Bouwman / Kathrin Borghoff
Bildquelle: www.shutterstock.com
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