Krank und Mutter? Unmöglich!

Mütter nehmen sich nicht frei und machen nicht krank. Das wissen wir aus der Werbung. Anstatt ihren kranken Körper ein oder zwei Tage zu pflegen, schmeißen sie stattdessen irgendwelche Pillen ein und fühlen sich gleich darauf wieder leistungsfähig, fit – eben wie neu.  
Tja. Wenn das funktioniert: toll.

Ich kann ja leider nur von mir berichten und aus eigener Erfahrung machen solche Medikamente eigentlich nur zwei Dinge mit einem:

Entweder die Krankheit verzieht sich irgendwo ins Innere und wird da noch größer und gemeiner oder sie bringen einfach: nichts.

 

Wenn Mama total ausfällt

Manche Krankheiten ziehen einem den Boden unter den Füßen weg. So geschehen in der letzten Woche. Bubba Ray war krank gewesen, ein paar Tage Fieber und Couch. Eigentlich nichts dramatisches. Dachte ich.

Freitag früh stand ich mit Kopfschmerzen auf. D-Von hatte nachts angefangen zu husten und schlecht geschlafen. Meine Laune war mies. Auch der geplante Ausflug fiel bei Schneeregen, Matschwetter und kranken Kindern flach. Gegen 10 Uhr schlief der kranke D-Von auf meinem Bauch ein. Gegen 11 Uhr bekam ich Fieber.

Ich fühlte mich hundeelend. Schüttelfrost und Gelenkschmerzen machten es mir völlig unmöglich, mich um meine Kinder zu kümmern. Zumindest in der Theorie.
In der Praxis waren morgens mal ne Stunde meine Eltern hier gewesen und am Nachmittag mal ne Stunde Shane. Dazwischen: sehr viel Ibuprofen, Zähne zusammen beißen und Stunden zählen.

Mein Mann machte eine unfassbare halbe Stunde (sorry für den Seitenhieb) früher Feierabend und übernahm die Kinder. Ging einkaufen, kochte Suppe, während ich auf dem Sofa vor mich hin fieberte und schüttelfrostete. Um acht ging ich mit D-Von ins Bett, stand um 22 Uhr auf um zu erbrechen, schlief schlecht, hatte Schmerzen, nahm noch mehr Ibuprofen. Zwischendrin stillte ich nachts mein Kind. Mütter nehmen sich schließlich nicht frei.
Der Samstag war noch schlimmer. Ich war buchstäblich ans Bett gefesselt, war richtig krank. Ich konnte nichts lesen wegen der Kopfschmerzen, nichts hören wegen der Ohrenschmerzen, nichts sehen wegen des Kreislaufs. Der Boden unter meinen Füßen – entrissen.  Mein Mann war zuhause, da ich völlig ausfiel übernahm er die Kinder ganz und gar.

 

Papa übernimmt – Improvisation oder Vertretung?

Ich erziehe nicht, das ist bekannt. Aber ich habe ein hochsensibles Kind. Das ist zum Einen für mich ganz persönlich DER Grund dafür, nicht zu erziehen, zum Anderen aber auch der, der das besonders schwierig macht. Den Spagat dazwischen, ihm nicht in Formen zu pressen, die ihm nicht stehen und ihm dennoch das übersteigerte Maß an Orientierung und Halt zu geben, dass hochsensible Kinder (in meinen Augen) ganz besonders stark brauchen und einfordern, schaffe ich nicht immer. Er macht unser Zusammenleben auch nicht immer leicht. So wie jetzt.
Mit meinem Totalausfall fehlte Bubba Ray plötzlich auch die klare Tageseinteilung, die klare Richtung. Ihm fehlte Halt. Was kein Affront gegen meinen Mann sein soll, auch kein Vorwurf. Für mich ist das völlig nachvollziehbar. Ich verbringe 90% der Zeit mit meinen Kindern, alles ist hier durchgetaktet und ziemlich klar. Er bekommt die Alltage nicht mit, denn er ist bei der Arbeit. Wochenenden und Urlaube sind – und werden es immer sein – Ausnahmen und besondere Momentaufnahmen.

Am späten Vormittag ging ich duschen und anschließend mit meinen Kindern aufs Sofa.  Kurz darauf forderte Bubba ein, zu schlafen – zu einer Uhrzeit, zu der er das sonst nie tut. D-Von schlief ebenfalls ein, was aber nichts weiter heißt. Der schläft einfach gern.

Trotzdem war der Rhythmus dahin. Bubba war früh wach. Mein Mann hatte das Mittagessen noch nicht fertig (auch das kein Vorwurf, die Improvisation in solchen Momenten habe auch ich mir hart erarbeiten müssen, schließlich kommen Kinder nicht mit Bedienungsanleitung zur Welt). Er wollte mit den Kindern seine Eltern besuchen, weshalb Bubba Stress hatte (Haus verlassen). Er ließ ihn im (schnell über die Autobahn fahrenden) Auto Videos auf dem Handy (kein zusammenhängendes, sondern nur einzelne, zusammen geschnittene Szenen) schauen und wunderte später, wieso er ausgerastet war, als sie dort ankamen.

Bubba schlief völlig erschöpft durch einen viel zu langen, unstrukturierten Tag um 19 Uhr auf der Couch ein, wachte um 2 Uhr nachts auf und hatte Hunger. Ihn störte die Windel, die falschen Klamotten, die falsche Einschlafsituation -alles. Das Abendritual hatte gefehlt. Mein Mann stand also auf, machte ihm Essen, putzte ihm seine Zähne, wechselte seine Windel, zog ihn um und richtete alles so her, wie er es immer hat, wenn er abends einschläft – was er dann auch prompt wieder tat.

 

Die hochsensible Welt aus den Angel gehoben

Sonntag war der 3. Tag in Folge, an dem ich krank war und mich nicht um ihn kümmern konnte wie sonst. Schon das Anziehen am Morgen war eine Zerreißprobe. Alles „tat weh“, es kratzte, piekste, war zu eng, zu kalt oder zu doof. Anziehen ist hier seit Monaten eigentlich kein Thema mehr. Plötzlich war es das wieder.

Während D-Von schon an der Tür stand und dagegen haute, weil er endlich raus wollte, kugelte sich Bubba Ray noch tobend und weinend auf dem Boden. Der Auslöser war gewesen, dass ich ihm sagte, dass ich nicht mit raus kommen würde – womit er aber gerechnet hatte. Er weinte wirklich bitterlich, war traurig und enttäuscht. Und sicher auch wütend, dass ich ihn so im Stich ließ.
Doch Fakt ist, dass mein Fieber nicht sank, meine Schluckbeschwerden nicht besser waren, ich seit 3 Tagen nichts gegessen hatte vor lauter Schmerzen und mich tatsächlich auf die 2 Stunden Ruhe im Haus freute. Bubba Ray aber war untröstlich. Ich suchte nach Ursachen: könnte sein Infekt zurückkommen? Ist er so schlecht drauf, weil ihn innerlich etwas quält? Übersiehst du etwas?
Doch als er nach einigen Minuten des Weinens auf meinen Schoß krabbelte, sich die Schuhe auszog und sagte, er wolle einfach nur hier bleiben, wurde mir mal wieder klar, dass die Kombination aus hochsensiblem Kind und kranker Mutter ganz, ganz, ganz schlecht ist.
Irgendwie konnten wir ihn letztendlich überzeugen, doch an die frische Luft zu gehen und es war ohne Tränen okay. Und ich blieb zurück und fragte mich, wie das geht. Kranke Mutter und Kind.

 

Kranke Mutter und Kind – eine buchstäblich unmögliche Kombination?

Mütter nehmen sich nicht frei. Mütter nehmen komische Medikamente, die sie über Nacht heilen lassen, damit sie ihre Kinder versorgen können. Ist das wirklich so?
Ich habe für uns noch keine Antwort, wie es in Zukunft hier ablaufen kann, damit mein Kind an den Tagen, an denen mich meine Gesundheit zum frei und krank machen zwingt, gestärkt und aufgefangen wird. Mein Mann ist ein grandioser Vater. Liebevoll zugewandt, flexibel in solchen Situationen, er wird praktisch nie wütend. Aber vorher, bevor Bubba explodiert, scheint er ihm nicht die Stütze und der Anker zu sein, damit es nicht so weit kommt.
Liegt es dran, dass er streng ist? Dass er erzieht? Lag es an den verschobenen Uhrzeiten? Daran, dass der Tagesablauf nicht mehr bekannt war? Dass klassische Orientierungshilfen fehlten?

War es Sehnsucht, die Bubba nicht ausdrücken konnte, nach mir? Hatten ihn wieder diese tiefsitzenden Ängste heimgesucht, die er leider schon immer hat? Vielleicht die Angst, mich zu verlieren, dass ich nie wieder mit nach draußen gehen oder einfach noch länger krank sein würde? Dass er weiter auf mich verzichten müsse?
Ich weiß es nicht. Ich weiß nur: unter diesen Umständen haut meine Familie mein Kranksein tatsächlich genau so von den Füßen, wie mich die Krankheit. Außer D-Von. Der hat wie immer von der ganzen Sache irgendwie nichts mitbekommen und wenn doch, dann hat er es weg gelächelt. Verändert war er nicht.

Mir jedenfalls ist dieses Wochenende ein echtes Dorn im Auge. Ich frage mich, wie die Kombination aus hochsensiblem Kind, unseren hart erarbeiteten Strukturen, den Abläufen, der Orientierung, des Zusammenhalts und mir als kranker Mutter funktionieren kann. So krank war ich, die Schwangerschaften ausgenommen, noch nicht. Es war für uns alle die erste Situation. Aber wie bereitet man sich auf den Ernstfall vor, wenn das Kind so stark an eine Person als Anker gebunden ist, dass ein Training mit anderen im Alltag schwierig zu gestalten ist? Zumindest ohne ihn zu verunsichern oder zu verletzen?

Sollte ich meinem Mann doch viel klarere Eckpfeiler setzen, ihm doch deutlicher meine Meinung und meine Wege erklären, auch wenn das gewaltig nahe an „Ich zeig dir jetzt mal wie das hier zu laufen hat“ grenzt?

Oder ist die einzige Lösung um meinen Sohn nicht in die Krise zu stürzen und unserem Familienalltag wieder zu gefährden, den ich in so mühevoller Kleinstarbeit mit meinen Kindern hergestellt habe – dass ich mir wirklich nicht frei nehme? Nicht mal mit Mandelentzündung, Fieber, Schmerzen? Diese Lösung würde eigentlich allem, wofür ich stehe und was ich auch hier auf meinem Blog rate, widersprechen! Aber was macht die Variable „hochsensibles Kind“ mit dieser Gleichung?


Wie geht ihr mit solchen Situationen um?

Wie organisiert ihr euch? Wie bereitet man sein Kind auf solche Ernstfälle vor?

Was ist die Lösung und: nehmt ihr euch tatsächlich niemals frei???

8 comments

  1. Ohje, mir gehts gerade genauso. Obwohl ich nicht sagen will, dass meine Tochter high-need ist. Aber auf jeden Fall ein Mama-Kind. Und gerade jetzt mit neun Monaten in einer Phase ist, in der sie das viele neu gelernte verarbeiten muss. Und mich umso mehr braucht.
    Ich habe auch Mandelentzündung mit Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber, und trotz Antibiotika geht es mir nicht besser. Ich schleppe mich auch mit Ibus gerade so durch den Tag, aber es ist sooo anstrengend. Mein Mann kommt leider auch immer erst um 17Uhr heim und kann mich da wenig entlasten. Ich tröste mich damit, dass es mir hoffentlich in spätestens zwei Wochen wieder besser geht. Aber was die Vorbereitung auf solche Situationen angeht, bin ich auch ratlos… Gut dass es dir schon wieder besser geht!

  2. Liebe Kathrin,
    Oh Gott, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe viele Impulse. Unstrukruriert.
    1.ich habe definitiv kein hoch sensibles Kind. Oder
    2. Ich war geflasht über Maples Entwicklung, die mal genau wie Bubba war und mir heute, nachdem ich sie krank (aber nur Viruserschöpft, nicht wie Du!!) zum 5. Mal mit Windel und Heilwolle versorgt hatte (sehr Durchfall, sehr wund): „Mama, du kannst gleich eine Pause machen. Ach weißt Du, Du kannst jetzt schon eine Pause machen und Sich drüben hinlegen. Ich zieh mich selber an.“ Das nützt Euch natürlich heute nichts, aber oft ist Perspektive wichtig. Wir müssten mal die Frühlingskindermama befragen, wie sie das mit der Alters Entwicklung bei ihrem Sohn erlebt.
    3. Du erziehst nicht, aber Dein Mann schon, und zwar liebevoll streng? Das haut mich aus den Socken. Das klappt? Wow, hätte ich nicht gedacht. Ich weiß, dass Kinder unterschiedliches Erziehungsverhalten trennen können. Aber so unterschiedlich zwischen den Eltern? Wow.
    4. Ob Du mehr Vorgaben machen sollst? Ich habe hier eine Vorgabe gemacht, nämlich „Lies das Wunschkind-Buch!“. Das hat vieles verändert, ohne dass man den Partner erziehen muss. Weil es im Kopf Klick macht.
    5. Vor wenigen Minuten reagierte Coco in abgeschwächter Form ähnlich wie Bubba, als gerade Raus gehen mit Papa anstand, damit ich eine Pause habe. Ich hab es genauso gemacht wie Du. Es ging nach Mama tanken und trösten und Zeit nicht gut. Aber es ging. Dass sie sich darauf einlassen, ist viel. Wir dürfen nicht erwarten, dass sie jubeln. Ich kann da ethisch mit leben, denn ich konnte nicht mehr.
    6. Meine Psychologenschwägerin (Psychoanalyse), mit der ich oft nicht einer Meinung bin, gab mal den Input, dass es vll gar nicht so sei, dass Maple mich nicht loslassen wolle, weil sie unsicher sei und nicht allein klarkomme. Sondern weil sie befürchte, dass ICH nicht allein klarkäme. In Eurer Situation könnte es gepasst haben: Er sah, wie schlecht es Dir ging (und wie er das sah, er ist hochsensibel!) und wollte Dich so nicht allein zurücklassen. Er sorgte sich um DICH, vll mehr noch als um den Gedanken, Du kämst nie wieder mit raus. Vielleicht war es ihm nicht geheuer. Ich übertreibe, um zu verdeutlichen: Wir würden sich niemanden allein lassen, der gerade stirbt. Es war ihm einfach nicht geheuer.
    7. Vll hätte es geholfen, auszumachen, dass Du zwischendurch anrufst und sagst, dass alles gut ist, dass Du spürst, wie gut Die die Ruhe tut. Dass sie Die sicher beim Gesund werden hilft. Dabei gibt es nur 2 Probleme: a) Du wirst vermutlich in komatösen Schlaf gefallen sein. b) jeder Anruf präsentiert Dein Nicht-Da-Sein auf dem Silbertablett, und das vielleicht gerade ab gelenkte Kind ist wieder todtraurig.

    Du siehst, ich habe sich keine Lösung. Ich setze am. Meisten auf Empathie und mache damit gute A Erfahrungen. Nun ist Maple bald 5 und Coco nicht (so ausgeprägt) hochsensibel (wie Bubba), aber folgende Szene vorhin.

    Ich gehe ins Wohnzimmer und bitte Maple, mit Coco zu spielen.
    Nach einer Weile höre ich Coco zu mir laufen. Aus dem Off:
    Maple: Willst Du zu Mama?
    Coco: Ja!
    Maple: Die Mama braucht gerade eine Pause.
    Coco weint.
    Maple: Willst Du zu Mama gehen und sagen „Tschüs, bis später!“?
    Coco: ja!
    Beide kommen angelaufen
    Maple: Jetzt kannst Du zur Mama gehen und winken und sagen: „Tschüs, bis später!“
    Maple kommt an, winkt und lacht.
    Coco hinterher, winkt und lacht.
    Ich winkte und lächle.
    Maple: Tschüs, bis später!
    Coco: Tschüs, bis später!
    Maple rennt zurück ins Kinderzimmer.
    Coco hinterher.
    Off.

    Alles Liebe!!!
    Mo

    P. S. tutir leid, dass ich nicht noch mal Korrektur lesen kann. Enges Zeitfenster.

    1. Liebe Mo,

      tut mir wahnsinnig leid, dass du jetzt so lange auf diese Antwort hast warten müssen… Ich hab einfach zu viel mit dir getwittert 😉 Aber ich will auf einige der Punkte mal antworten:

      1.) Vielleicht hast du ja doch ein hochsensibles Kind aber bist einfach viel besser darin, deine Grenzen, Bedürfnisse und Ressourcen klarer anzuzeigen. Mir fällt es schwer, wirklich zu erkennen, wann ich müde bin und eine Pause brauche, weil ich mir diesen Gedanken oft nicht erlaube. Das heißt, dass ich praktisch immer drüber gehe. Und so fällt es meinem Umfeld auch einfach wahnsinnig schwer zu sehen, wann es so weit ist und wann nicht. Vielleicht kannst du das viel klarer kommunizieren und so weiß deine kleine kluge Maple eben auch, wann du eine Pause benötigst. Das finde ich fair und weise, denn wenn du deinen Kindern so klar gegenüber bist, können sie auch entsprechend reagieren. Ich kann mir vorstellen, dass das in genau solchen Situationen zu mehr Entspannung führt, als hier. Daran muss ich arbeiten.

      2.) Ja, so ist es hier tatsächlich: ich erziehe nicht bzw. nur aus Versehen. Mein Mann ist super bedürfnisorientiert und hat wirklich für unfassbar viele Dinge ein sehr wohlwollendes Auge, unterstellt den Kindern also nie etwas Böses zum Beispiel und lässt „viel durchgehen“. Aber ja, doch, er wird streng wenn sie nicht „funktionieren“ (und das tun sie nie). Zum Beispiel setzt er sie einfach an den Tisch, wenn sie sich nicht selbst hinsetzen, manchmal rutschen ihm auch kleinere Drohungen raus („Wenn du dich nicht anziehst, dann gehen wir nicht raus“). Er wird nie handgreiflich, ich persönlich empfinde ihn aber schon manchmal ein bisschen übergriffig (Kinder irgendwo einfach hinsetzen ist es in meinen Augen). Allerdings wehren meine Kinder sich dann sehr lautstark und da sie um ihre „Freiheit“ hier wissen, kämpfen sie auch darum. Andersherum können sie sich (vielleicht sogar gerade deswegen? Wer weiß) an den Tagen, die sie mit ihrem Vater verbringen, wahnsinnig gut auf seine andere Art mit ihnen umzugehen, einlassen. Sie respektieren ihn und folgen ihm dann auch gern. Nicht, ohne es auch mal in Frage zu stellen, aber ja, tatsächlich: sie können ziemlich gut unterscheiden. Man muss dazu sagen, dass mein Mann echt ein Kuschler ist und damit eher so in den autoritativen Stil fällt. Er überschreitet auch nie Grenzen oder so, ich kann das auch eigentlich gut aushalten (auch wenn ich genau so oft davon genervt bin!)

      3.) Was deine Schwägerin sagte nehme ich mal mit und denke darauf herum. Das könnte passen…

      Und zur geschilderten Szene: <3 <3 <3
      Tolle Kinder. Ich denke, ihr seid echt gut in eurer Kommunikation. Wäre ich auch gern 😉

      Ich knutsch dich (aber ohne Zunge!)
      Kathrin

  3. Ganz klar dem Mann mehr Eckpfeiler geben. NICHT weil er zu doof oder gar unfähig wäre, sondern weil er es eben nicht weiß. Dein Mann ist doch bestimmt auch froh wenn Bubba nicht ausrastet. Bei uns läuft es mit Ansage von mir gut, wobei ich meinem Mann auch immer wieder mitteile, dass ich nicht an seinen Fähigkeiten zweifle. Nicht einfach, aber zum Glück ist man so doll ja auch meist nicht oft krank.
    Liebe Grüße

    1. Liebe Sarah,

      das wäre vielleicht eine Idee: ihm immer wieder quasi erzählen, wie ich es mache und dabei betonen, dass ich ihn nicht anzweifle sondern nur Input geben will. Das könnte klappen.

      Danke dir!

  4. Es ist wohl DER Super-Gau, die Mutter krank. Zumindest ist es das für mich, eine große Panik, bei jedem Halskratzen sehe ich mich in der Notaufnahme und habe Angst um mein Kind. Also nicht, dass es auch ein Kratzen im Hals bekommt, sondern wie es so ohne Mutter auskommen wird. Ich finde es für mich schwer da auch mal einfach krank zu sein und den Papa machen lassen. (Ich könnte jetzt etwas gemeines über Männergrippe sagen……) Denn der Papa ist nun mal auch da und kümmert sich dann eben. Doch das klingt meist irgendwie einfacher, als man denkt…
    Für Kinder ist es ja auch nicht so einfach zu verstehen, dass die Mutter auf einmal anders ist. Um also zu deinen Fragen zurück zu kommen, ich habe keinen Masterplan. Weiß aber, dass ich mich auf meinen Freund verlassen kann. Und auch, wenn nicht alles gut lief, hast du ja deinen Mann als Hilfe. Manchmal kann eben auch die Mama nicht 100% geben und darf krank sein. 🙂

  5. Endlich schaffe ich es bei dir zu kommentieren. Auch wenn in meinem Kopf so viele Gedanken sind, das ich sie nicht sortieren kann. Ich fühle viel zu viel und kann es nicht in Worte fassen. Meine Hochsensibilität macht sich hier gerade sehr bemerkbar.
    Die Situation kann ich gut nachvollziehen. Auch Junior ist hochsensibel und braucht klare Eckpfleiler. Die Grundrichtung von meinem Mann und mir ist die selbe, die Umsetzung variert aber stark. Und ich kann nichts tun, um meinem Sohn dies zu erleichtern. Denn wenn ich nicht kann und im Bett liege – dann ist das so. Leider ist es alternativlos. Das ist nicht immer einfach. Denn es ist ja nicht nur die fehlende Komponante „Mama“ – sondern auch das mitfühlen mit der Mama. Das macht die Situation noch schwieriger. Wir suchen hier auch immer wieder nach Überbrückungsmöglichkeiten, denn „Lösungen“ gibt es, für uns, leider nicht. Es ist ein Austesten, ein durchhalten und ein weiter entwicklen. Für uns alle drei. Und niemandem von uns fällt diese Situation leicht. Es wird auch nicht viel einfacher, je öfters es vorkommt. Es verändert sich etwas, aber die Gefühle bleiben. Und hier gilt es Strategien zu entwicklen, um damit umzugehen oder es auszuhalten. Denn eine Alternative gibt es einfach nicht. Und so schlimm es sich anhört – dann müssen wir da durch. Jeder auf seine Weise. Wir können nur begleiten und unterstützen, aber nicht abnehmen oder ausblenden. Fühlt euch umarmt.

    1. Endlich schaffe ich es, dir zu antworten <3

      Meine Liebe, erst einmal ganz vielen Dank für deinen Kommentar und deinen Besuch.

      Ja, ich kenne das Gefühl auch, nichts tun zu können, irgendwie. Noch schlimmer ist aber das Gefühl, das damit einhergeht, nämlich die Angst, sich für sich selbst nichts erlauben zu dürfen, damit es dem Kind gut geht. Das ist sicherlich bei dir noch viel extremer, bzw. wie du schreibst: alternativlos.
      Ich danke dir aber vor allem aus einem anderen Grund, denn du hast mir gerade auch ganz schön die Augen geöffnet. Es war schlimm so krank zu sein und irgendwie auch für alle – aber es geht vorbei. Es sind nur Phasen unseres Familienlebens und nicht ein dauerhafter Zustand. Und vielleicht sollte ich da häufiger dran denken und weniger meckern.

      Ich drücke dich fest zurück <3

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