Nur einen Tag in meinen Schuhen.

„Warum trägst du dieses dumme Hasenkostüm?“ –

„Warum trägst du dieses dumme Menschenkostüm?“

{aus: Donnie Darko}

 

Ich habe euch belogen. Ich bin gar nicht 22. Und um ehrlich zu sein fühle ich mich nicht mal so, wie mein wahres Alter, sondern bescheiden gesprochen eher wie das Doppelte. Mindestens, denn ich bin eine alte Frau. Was das heißt, das Doppelte, werde ich nicht verraten, denn dann wüsstet ihr mein wahres Alter und ich müsste den Blog verbrennen, nach irgendwo auswandern und meine Spuren verwischen. Aber dazu habe ich keine Zeit. Und das ist im Prinzip auch, worum es heute geht.

Ich habe euch belogen. Ich bin keine gute Mutter. Und wenn das in irgendeinem meiner Texte so dargestellt wurde, dann lasst mich an dieser Stelle betonen: ich kann ein paar Dinge gut. Formulieren und schön schreiben gehört dazu. Und ich kann ein paar Dinge nicht sehr gut. Mutterschaft gehört dazu. Zumindest fühlt es sich so an, gerade in Phasen, wie ich sie gerade durchlebe.

Ich habe euch belogen, meine Söhne. Es ist nicht alles gut und ich schaffe nicht alles alleine. Es ist anstrengend. Ihr seid anstrengend. Das Drumherum ist anstrengend. Meine Ansichten der Mutter- und Elternschaft sind anstrengend. Ich bin anstrengend. Ich und meine Erwartungen. Ich und meine Hoffnungen. Ich und meine blöde Regel, dass kein Fertigessen auf den Tisch kommt. Ich und meine Werte, die mir wichtiger sind, als es leicht zu haben. Ich und mein Wunsch, euch so geborgen und behütet und eurer Natürlichkeit entsprechend ins Leben zu begleiten, wie es geht.

Ich habe mich belogen, mit jedem einzelnen Wort, das klingt, als würde ich Bindungsorientierung und den Verzicht auf Erziehung ganz spielerisch wuppen. Als könnte ich Tips geben. Als könnte jemand meinem Beispiel folgen. Ich habe mich belogen, an jedem einzelnen Tag, an dem ich mich fühlte wie jemand, der Dinge an andere weitergeben könnte. BULLSHIT. Du therapierst dich doch hier selber, du einfältige Person. Hör auf dich selbst zu belügen.

Ich mag nicht mehr lügen. Ich erzähle euch jetzt mal was: Bedürfnisorientierung ist Kokolores. Ich kenne keine Mutter mit mindestens einem Kind U1, die wirklich Bedürfnis- oder Bindungsorientiert oder gar unerzogen lebt und WIRKLICH achtsam mit ihren eigenen Bedürfnissen ist. Mit einer Ausnahme: vollends aufgehen, in der Rolle als Mutter. Dann, so denke ich, sollte man abends wirklich erfüllt ins Bett gehen, denn ein Tag mit den eigenen Kindern, erfüllt nicht nur deren, sondern auch die eigenen Bedürfnisse auf ganzer Linie.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das meine Rolle ist. Ich liebe euch unendlich. Ich liebe mein Leben mit euch. Aber ich wünschte, es gäbe mehr. Ein Ventil. Einen Ausgleich. Eine Pause. Einen Urlaub. Doch all das gibt es nicht. Ich höre Menschen sagen „Das kommt wieder“, „Deine Zeit wird kommen“, „Es ist nur das erste Jahr so anstrengend“ oder „Nicht ohne Grund ist Schlafmangel eine Foltermethode“ – blah blah blah.

Doch die Wahrheit ist: das alles wäre kein Problem. Ich weiß, ich könnte das! Ich könnte völlig entspannt die Bedürfnisse meiner Kinder achten und erfüllen, ohne zu meckern und zu motzen, ohne mich schlecht zu fühlen oder ohne am Ende zu sein, wenn es zumindest den Hauch einer Bedürfniserfüllung für mich gäbe. Es gab sie, diese Wochen! In denen ich am Wochenende etwas mehr Abstand bekam, in denen ich etwas weniger vorkochen musste, in denen ich beim Sport war oder einfach mal mit dem Hund spazieren. Und dann flog ich durch die Woche, mit einer ungeahnten Leichtigkeit. Aufgetankt. Erfüllt. Frei. Doch jedes Mal, sehr schnell, schleichen wir, meine Familie und ich, dann wieder in diesen Strudel. Immer der gleiche. Denn wenn ich erfüllt bin, ausgeglichen und frei, neige ich zu Superwoman-Eigenschaften. Ich kann problemlos meine 15-16 Stunden Alltag reißen, den Haushalt, das Essen, die Kinder, den Hund, den Einkauf und den Blog schaffen, ohne ein negatives Wort. Ohne ein Stöhnen. Ohne eine Träne. Und alle um mich herum freuen sich, denn:

„Mutti macht das schon. Dann muss ich ja nicht.“

Die Wahrheit ist: ich hasse Haushalt. Ich hasse ihn. Abgrundtief. Er überfordert mich und raubt mir kostbare Lebenszeit. Aber er ist nun mal da.
Die Wahrheit ist: 80% der aufgezählten Dinge muss ich mit 2 Kindern unter 3 Jahren im Schlepptau erledigen, was sie doppelt so kompliziert machen. Das ist kein Gejammer, es ist eine Tatsache.
Die Wahrheit ist: ich schaffe das genau eine Arbeitswoche, also vom einen bis zum anderen Wochenende, dann bin ich platt. Der Strudel zieht mich runter: von erfüllt und ausgeglichen, über sich-zuviel-zumuten bis hin zu „Ich bin platt“ und endend in „Alles Scheisse.“

Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass mir mein Leben zu viel wird, sehr häufig. Dass zwei Kinder unter 3 Jahren, ein Hund und ein 100qm Haushalt für mich anstrengend sind. Dass ich nicht gut damit klarkomme, nie Pause zu haben, nie Urlaub. Nie Ruhe. Dass ich mir Unterstützung wünschen würde, im Alltag. Dass ich mir einen Clan, eine Kommune, ein kleines Dorf, einen guten, engen Familienzusammenhalt wünschen würde. Ruhe. Alleinsein. Urlaub.

Doch das ist und bleibt nicht die Wahrheit. Denn ich sitze da und falte Wäsche. Es ist 14.30 Uhr. Heute ist einfach alles schief gegangen. Aber davon möchte ich einfach nicht berichten. Ich will nicht noch einen Text darüber bringen, was ich für eine Versager-Mutter bin. Ich habe es jetzt ausreichend häufig geschildert und wenn nicht, dann reicht es, dass ich es weiß. Dass ich weiß, dass ich dem, was hier geschieht, nicht gewachsen bin.

Ja, meine Kinder sind klein. Ja, sie sind nicht viel mehr als eineinhalb Jahre von einander geboren. Ja, das ist saumäßig anstrengend.

Aber das ist nicht das Problem. Das ist nicht MEIN Problem.

Meine Kinder sind unbeschreiblich. Sie sind wunderhübsch. Sie sind witzig. Ich lache so viel über so viele wunderbare, herzerwärmende Dinge. Sie sind klug. Sie sind schnell. Sie sind gesund. Sie sind liebenswert. Sie sind meine Familie und ich will keine anderen.
Aber sie sind sehr klein. Sehr sehr klein. Und ich bin allein.

Allein? Nee. Die ist doch verheiratet die Alte.
Stimmt. Ich bin verheiratet. Und lebe auch sogar mit dem Mann zusammen, mit dem ich verheiratet bin und der der Vater meiner Kinder ist. Und dennoch bin ich allein.
Tagsüber, von kurz nach sieben bis in den frühen Abend. Immer dann, wenn unser großer Sohn einen besonders fiesen Tobsuchtsanfall hat, bei dem er sich selbst so in Rage schreit, dass einem die Ohren wehtun. Wenn ich nicht schnell genug bin, die Situation nicht in den Griff bekomme oder selber total übermüdet bin, dann kann das passieren. Dafür schäme ich mich nicht, ich weiß, dass er sehr viel klüger ist als viele andere Kinder in seinem Alter, noch dazu Hochsensibel. Allein diese beiden Dinge würden reichen, um Kopf und Herz eines Zweijährigen maßlos zu überfordern. Da darf man auch mal ausflippen. Ich flippe wegen weniger aus. Doch natürlich ist es nicht mein Wunsch, dass mein Kind unter seinen eigenen Emotionen so leidet, dass es in einen Strudel aus Wut, Überforderung, Trauer und Müdigkeit gerät. Ein paar Monate lang war das ein Drahtseilakt. Und um ehrlich zu sein ging es auch dauernd schief. Doch jetzt, jetzt ist er eben 2 und autonom und tja mein Gott – ehrlich gesagt finde ich da erstmal nichts bei. Wenn… Ja. Wenn.

Wenn nichts schief läuft. Jede noch so kleine Abweichung unseres täglichen Planes, unserer täglichen Rituale kann (muss nicht!) so triggern, dass aus dem bildhübschen, witzigen, singenden, lachenden, klatschenden, tanzenden kleinen Jungen ein zerbrechliches, kleines Kind wird, das nicht weiß, wohin mit sich und das jemanden braucht, der ihn lenkt, begleitet und nicht verurteilt.
Das kriege ich hin. Bis hierhin kein Problem, ich alter AP-Terrorist.
Doch parallel schreit eben das Baby, das ebenfalls sehr klein ist. Das vielleicht ein wenig Angst vor seinem Bruder hat, das vielleicht zu mir, in meine schützenden Arme möchte, das vielleicht ebenfalls übermüdet ist. D-Von ist 8 Monate alt – wir haben mittlerweile glaube ich gelernt, in welcher Reihenfolge wir wen abfrühstücken müssen, um mit einem Schock davon zu kommen.

Aber der Punkt ist: ich bin alleine.

Ich halte die Luft an, wenn Bubba Ray zum Hulk wird und spiele das eingeübte Muster ab. Ich versorge beide Kinder so weit, dass man sie ablegen kann, ohne dass wieder einer anfängt zu brüllen. Meistens schläft Bubba Ray danach ein. D-Von nicht immer. Aber egal ob jemand schläft oder nicht, mich nehmen diese Aussetzer extrem mit. Mir ist zum Heulen zumute. Ich möchte mit jemandem sprechen, will verarbeiten. Möchte Revue passieren und mir die Geschehnisse durch den Kopf gehen lassen. Aber ich bin allein.

Ich bin wütend. Stinkwütend, mindestens genauso sehr wie Bubba Ray, aber nicht auf ihn und auch nicht auf seinen schreienden Bruder, sondern auf die Welt. Ich hab auch mal gearbeitet. Vergisst man gerne, ich weiß. Aber ist in Wirklichkeit noch gar nicht so lange her. Und nur noch wenige Monate, dann werde ich das – übrigens ZUSÄTZLICH zu allem anderen – auch wieder tun. Und das nicht zu knapp, im Eventmanagement habe ich gut und gerne meine 60 bis 70 Stunden pro Woche gearbeitet, wenn Hochsaison war. Ich hab es geliebt, auch wenn ich oft „Ich mache das schon 20 Jahre“-Ätzkunden und Pleiten, Pech und Pannen hatte. Mich störte das Pensum nicht. Wäre ich nicht schwanger geworden, hätte ich von selbst nicht reduziert. Und na klar hatte ich da auch was zu meckern und na klar war ich müde und na klar hab ich meine Wochenenden gern für mich gehabt.

Aber es.ist.kein.Vergleich.

Nicht zu dem, was ich hier heutzutage alles tue. Und sorry, liebe kinderlose Welt, liebe arbeitende Bevölkerung, liebe Gesellschaft: ihr könnt mich alle mal. Ihr braucht mir echt nicht mehr erzählen wie anstrengend eure Arbeitswoche ist, denn ich WEISS es und sage euch: das ist echt Pipifax. Und mein Mann, in seinen schicken Hemden und gebügelten Bundfaltenhosen, der von 12 bis 13 Uhr Mittag macht und jeden Morgen und Abend je 15 Minuten Zugfahrt hat, in denen er NICHTS tun muss, außer sich fahren zu lassen – der ist nicht hier. Es ist nicht mal seine Schuld! Nein, ich kann mit meinem Witz an Elterngeld keine Familie ernähren. Ich bin froh, dass er das übernimmt. Aber ich kann es mir nicht anhören, wenn er mir abends von dem Ausmaß an Stress berichtet, das er hatte, weil er ein Einschreiben zur Post bringen musste, schließlich hat der Praktikant gekündigt, und als er wiederkam, da klebten 3 (!) Post-Its an seinem Bildschirm. Ich höre gar nicht hin, sondern überlege, welche logistischen Herausforderungen ich stemmen müsste, um ein Einschreiben zur Post zu bringen, klemme mir aber den sarkastischen Kommentar, weil er nicht zielführend wäre und noch dazu respektlos.

Denn die Wahrheit und nichts als die Wahrheit ist: ich bin neidisch.

Ich beneide ihn um die Zugfahrt am Morgen, in Ruhe, ohne „Warum“’s und „Nein, will kein Müsli“’s und vollgekackte Windeln. Ich beneide ihn um den Spaziergang von der Bahn zum Büro an der frischen Luft, alleine, mit Handy in der Hand. Ich beneide ihn um die Mittagspause, die erwachsenen Kollegen, sogar um die Bundfaltenhose. Ich beneide ihn um seinen FEIERABEND. Feierabend. Ich beneide ihn um seine Krankschreibung, seinen bezahlten Urlaub, seine Post-Its. Um seinen Feierabend.

Ich bin eine Rabenmutter, das ist die Wahrheit. Denn ich habe versagt. Ich habe AP verkackt. Ich habe meine Bedürfnisse ignoriert und pfeife jetzt auf dem letzten Loch. Walking on Zahnfleisch. Meine Müdigkeit und Überforderung macht aus mir eine motzende, unzufriedene Mecker-Mutter, die ich nicht leiden kann, deren Erziehungskonzept ich zum Kotzen finde und die lügt. Die sagt „Jaja alles gut“ und meint „Wenn jetzt noch irgendeiner mir von seinem Seelenmüll erzählt, werde ich vielleicht in einer weißen Jacke, mit Sabber vorm Mund und zersausten Haaren abgeholt!“

ICH KANN ES NICHT MEHR HÖREN!

Der Chef ist kacke – auf den Ärger erstmal ein Bierchen nach der Arbeit um 18 Uhr ?
So viel Maloche, ätzend. Die Prämie habe ich mir echt verdient!
Thank God it’s friday
Ich hatte Frühdienst. Jeden Morgen um 8 Uhr im Büro. Am Wochenende schlafe ich aus.

MACHT DOCH! MACHT DOCH! MACHT DOCH!

Aber lasst mich weiter schmollen und euch hassen, für eure Mittagspausen, euren Feierabend und eure Zugfahrten mit Kopfhörern und Musik, die IHR hören wollt. Wenn da nicht mindestens einmal „Oh Gulligulligulligulliramsamsam“ drin vorkommt, ist es inakzeptabel.

Jetzt werden wieder Leute aus ihren Ecken gekrochen kommen und mir vorwerfen, ich sei selber Schuld, so ein Geschisse um meine Kinder zu machen. So ein bisschen Pre hat ja noch keinem Kind geschadet und dann kannste auch mal wieder einen Schnaps trinken, den brauchst du nämlich. Und es ist auch total nicht nett und so hier die Leute die arbeiten äh äh äh so Dings. Nehmt euch einen Stuhl, da unten ist die Kommentarfunktion: Feuer frei.

Ich hab sowieso keine Zeit, mich darüber auch noch aufzuregen.

52 comments

  1. Komm an mein Herz!

    Nein im Ernst: Du machst das super. Und ich kann dich so gut verstehen. In Allem. Leider bin ich zu müde für einen ausführlicheren Kommentar oder auch nur einen der irgendwie zusammenhängend und sinnvoll wäre. Deshalb mache ich mir jetzt Kaffee Nummer zwei für heute, möchtest du auch? Den trinke ich dann kalt, wie immer, weil sicher wieder irgendein Kopf-gestoßen-Windel-voll-Hunger-Warum-ist-Mama-drei-Meter-weggegangen-Gebrüll dazwischen kommt.
    Aber besser kalter Kaffee als gar keiner. Und besser normale Menschen im Handy als nirgends.
    Liebe Grüße –
    R.

    1. „Und besser normale Menschen im Handy als nirgends“ ❤️
      Danke, das tat gut!

      P.S.: um 11.23 Uhr erst der zweite Kaffee? Ich bewundere deine Ausdauer 😉

  2. Ich bin sowas von bei dir! Danke für diese „Abkotzerei“ ;). Das tut sehr sehr gut zu lesen. Ich habe auch 2 unter 3 und bin aus anderen Gründen viel alleine. Und bin so neidisch. Und so feddich. Und am Ende. Und kurz vorm Durchdrehen. Und meckere rum. Trotz Familienbett und Stillen und Tragen – oder deswegen? 😀 Dabei sind die beiden Motten extrem süß und lieb und schlau und toll und erfüllend… Trotzdem – „Walking on Zahnfleisch“ 🙂 Danke!

    1. Hallo Pontifee,
      Danke für deinen Kommentar! Ich glaube, es ist eher deswegen. Es schlaucht einfach, auch wenn es sicher das allerbeste für unsere Kinder ist. Ich glaube nicht, dass das der einfachste Weg ist. Schön, dass ich nicht alleine bin 🙂

  3. Ich liebe diesen Beitrag! ich liebe, liebe, liebe ihn! Er ist ehrlich. Und großartig! Und tiefgreifend und wach rüttelnd. Du bist großartig! Und eine großartige Mutter! Vergiss das nie!

    1. Wow. Die Emil-und-Ida-Mama auf meinem Blog? Ich bin fassungslos. Und das rettet mir gerade den Tag! Tausend Dank für deinen Besuch und deine wundervollen Worte! ❤️

  4. DANKE!!!! Das hätte ich schreiben können bzw. habe ich das auch…nur in anderen Worten und noch nicht veröffentlicht…und nicht SO treffend! Ich kann so verdammt gut mit Dir mitfühlen! Wärst Du meine Nachbarin, würde ich jetzt mit einem Sekt zu Dir rüber kommen! Wann es besser wird? Keine Ahnung!!! Fühlt sich wirklich an wie „NIEMALS!“ ABER es wird besser! Wieso? Weil es besser werden MUSS!!! Und bis dahin hilft nur lächeln und winken! Wenn Du irgendwann doch mal Zeit hast, kannst Du gerne mal lesen, wie vor kurzem noch mein Morgen aussah 😉 http://dreiplus2.de/ein-himmelreich-fuer-stille/

    1. Liebe Nina,
      was für einen tollen Blog du da hast – ich freue mich grad sehr, gibt heute was zu lesen für mich 🙂 Und ja, Sekt wäre klasse. Den würd ich nehmen. Und irgendwo sitzen und quatschen und dann 2 Promille haben und gegenseitig damit angeben wie toll die Blagen dann doch sind ?

  5. Applaus! Meine Kinder haben einen Altersunterschied von 4,5 Jahren und ich bin mit 25 h/Woche berufstätig, aber ich erinnere mich gut daran, wie es wahr daheim zu sein mit dem Sohn und wir bauten und argh…die Wut und Neid auf den Mann, auf die Muttafspause. Heute mit fast 7 und 11,5 ist es leichter, aber … Manchmal auch da die Wut, nachmittags in den Stress des Fahrens, der eigenen Ansprüche… Auch ich hasse Haushalt… Es wird besser. Schaffe Dir Deinen eigenen Abend oder schau nach einem Babysitter…. Habe das Glück euner Kitabetreuung gehabt und nicht die Std dort reduziert, sondern die Zeit für mich genutzt. Ich Rabenmutter… typisch deutsches Phänomen, kennt man nirgendwo sonst. Ich hoffe, dass das Zickengetue aufhört, dass wir Frauen uns untereinander nicht rechtfertigen müssen, ob wir arbeiten oder nicht und wie… Tollen Artikel irgendwo über die Colamutter gelesen… ich glaube, es war meine Svenja… Davon sollten wir mehr zulassen! http://www.meinesvenja.de/2011/10/06/bekenntnisse-einer-cola-mutter/ Lies!!

    1. Hi Ani,
      ganz lieben Dank für deinen Kommi – Mensch ich freue mich so sehr über euch alle! Sehr befreiend 🙂

  6. Ich drücke Dich und ich drücke mich und ich drücke alle Mamas, denen es so geht, ich drück uns einfach ganz fest und dann gibt’s Schoko-Crossies für alle. Bis wir kotzen.
    Wir sind großartige Mamas. In 15 Jahren lieg ich auf einer Blumenwiese. Einfach so, 2 Stunden lang und schaue die Wolken an.

    1. Ich glaube, das ist ungefähr der schönste Kommentar, den ich jemals hier auf dem Blog bekommen habe! Danke ❤️

      1. Oh danke, ich erröte 🙂
        Dabei weiß ich garnicht, ob ich Schoko-Crossies essen darf, weil ich nur 1 Kind habe, und noch dazu jetzt wieder halbtags arbeite. An dem Punkt, dass ich als AP-Mami versagt habe, war ich aber kurz vor meiner Teilzeitarbeit auch schon wieder, da war es grad besonders anstrengend. Man will es allen immer so recht machen und nix haut hin: Schläft das Kind durch? Natürlich nicht? Schmeckt dem Kind Dein Essen? Natürlich nicht? Es mag hoch, es mag runter, es mag mit dem Messerset spielen, es wird krank, es lebt die nächsten 48 Stunden auf Dir und der Vater geht erstmal mit seinen Arbeitskollegen einen heben.
        Während die anderen Pre-Milch-Wonneproppen super gut drauf sind, immer lustig, immer freundlich, keine Träne bei der Eingewöhnung vergossen haben (hier natürlich die Gretchenfrage: „Komme ich in die Hölle, weil ich mein Kind in die Krippe bringe?“) und natürlich immer durch schlafen und gesund sind. Es kommt einem zumindest so vor.
        Alles in Deinem Artikel hab ich mir im letzten halben Jahr auch gedacht und nie getraut auszusprechen oder aufzuschreiben.
        Es ist schön zu lesen (und danach ganz laut zu schreien): „Scheiße! Mir fehlt das Dorf!!!“ Mir fehlt es nämlich auch.

        1. Word up!

  7. Mir kullern gerade die Tränen,denn genauso fühle ich mich gerade – und immer wieder. Dabei habe ich nur ein Kind … (doppelte Versagerin)
    Zu den hohen, eigenen Ansprüchen kommen noch die alten Geister aus der eigenen Kindheit,und das schlechte Gewissen es tagtäglich so oft zu verkacken…
    Ach, ich bin so bei Dir und drück Dich ganz arg.

    1. Hallo Carmen,
      vielen Dank für deine lieben Worte. Die Geister und Dämonen der eigenen Kindheit schweben hier auch ständig über mir. Ich habe noch keinen Weg gefunden, das zu ändern, auch das ist etwas, an dem ich arbeite und es ist etwas, das sehr viel Kraft kostet. Aber ihr alle helft mir sehr dabei!

  8. .. Sie singen unser Lied.. !!!

    Ehrlich wenn ich das so lese klingt das wie meine Gedanken !!!! Eins zu eins ! Aaaaabbeerrrr ich habe aufgehört mich selber fertig zu machen, wenn es mir mal nicht gut geht dann gibt es eben auch mal Pizza aus dem Tiefkühlfach oder ich lege mich mittags etwas hin und der Boden bleibt dreckig ganz einfach! Seitdem bin ich viel viel viel viel viel entspannter! Ich habe getragen ,ich stille meinen acht Monate alten Sohn teilweise noch voll , zumindest der kleine schläft noch in unserem Bett, wir versuchen unsere Jungs so Bedürfnisorientiert Wie nur möglich zu erziehen !! Und trotzdem oder vielleicht sogar deswegen gehe ich Verdammt oft am limit ! Da muss ich wirklich zugeben da haben andere es einfacher die es nicht so handhaben … Aber das ist unser Weg, und den gehen wir! Und wenn es dann abends mal eben eine Pizza gibt dann ist das absolut nicht schlimm Hauptsache wir sind zufrieden ! Bitte lass nicht zu dass du an deinen eigenen Ansprüchen scheiterst denn das merken deine Kinder, wir wissen doch alle wie schlecht es für Kinder ist eine unzufriedene Mama zu haben!

    Ps : Das ist so witzig das gleiche erzähl ich meinem Mann auch immer wenn ich ihm die Unterschiede zwischen unseren Tagesabläufen klarmachen will …

    1. Farina ❤️ Du bist ja schon wieder hier, wie schön ?
      Danke und JA!!! Du hast ja Recht!!! Menno, aber es ist so schwer… Manchmal gibt es hier auch Pommes oder ’ne Pizza, aber an Tagen wie heute, hilft selbst das nicht. Da hilft nur: Blog zum Meckern missbrauchen und wunderbare, ehrliche, aufbauende Antworten von tollen Frauen zu kriegen. Ihr seid Wahnsinn!

  9. A.M.E.N.!

    Ich habe nur ein Kind und mehr Papa, lade mir aber in jeder guten Phase irgendwas neues auf, (Ehrenamt, babysitter für die nachbarin, nebenjob, organisierender Vorstand von xy,..) dass ich dann abends noch stundenlang bekümmere. Und immer weiter von dem wegkomme, wie ich eigentlich leben will: minimalitisch, in mir ruhend, fokussiert.

    Mama sein, seinen eigenen Ansprüchen zu genügen UND dabei nicht durchzudrehen – Challenge of my life.

    Ps: was ich deiner Aufzählung noch hinzufügen würde: alleine auf die Toilette gehen zu können. Selbst wenn der Papa Zuhause ist – nach 3 Minuten haut das kind gegen die Tür. Oder stürzt und gut und will Mama.

    1. Oh Mann wie lange ich nicht mehr alleine zum Klo war…
      Was du beschreibst kenne ich auch, also, sich immer noch mehr aufladen. Ich habe festgestellt, dass das meine Art war, nicht geistig zu verhungern, weil mir im Alltag mit Babies und Kindern der geistige Anspruch fehlte. Wofür ich mich nicht schäme. Ich sagte ja, dass meine Rolle mir nicht gut steht, wenn es NUR das ist, was ich tue. Seit ich einen geistigen Ausgleich, wie diesen Blog, geschaffen habe, wird es weniger. Ändert aber nichts an den alltäglichen Aufgaben, die sich stapeln und stapeln und stapeln…
      Danke für deinen Besuch und deinen Kommentar. Bin ich also doch nicht als Einzige „so drauf“ 🙂

  10. Danke! Ich habe auch zweiunterzwei (35 und 14 Monate) und fühlte mich mit denselben Gedanken oft so allein. Besonders wenn ich zu hören bekam, was ich denn hätte, so viele andere Mütter hätten das schon vor mir gestemmt, ohne derart zu meckern und frustriert zu sein. Ganz langsam wachse ich über den Frust hinaus, denke mir, lass die reden. Wichtig für mich ist, zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Und das wird auch dir hoffentlich gut tun. Du bist nicht allein. Es ist schwer, aber du wirst es schaffen. Wenn’s nicht mehr geht, gestehe es dir ein und organisiere dir Abstand. Unglaublich schwer für’s Mutterherz, aber überlebenswichtig. Ich weiß, wovon ich rede. Habe just 3 Tage Hotelaufenthalt hinter mir, weil ich einfach nicht mehr konnte. Großes Danke an meinen Mann, der das ermöglichte. Und auch an dich für’s Publizieren.

    1. 3 Tage Hotel ? Hachz. Ja, das würde mir tatsächlich auch gut tun. Aber mit vollgestilltem Baby ist das so ’ne Sache. Aber wer weiß, vielleicht gehört das ja zu den Dingen, die WIRKLICH irgendwann wiederkommen.
      Danke für deinen Besuch ?

  11. Liebe Öko-Rabenmutter, hier mal ein kleiner Mutmacher einer Frau, die ziemlich gegensätzlich zu deinem bisherigen Modell gelebt hat:

    Ich bin wieder arbeiten gegangen, als mein Sohn fünf Monate alt war, weil mir klar war: Wenn ich das nicht täte, dann wäre ich wohl an dem Punkt gelandet, an dem du jetzt bist. Wir dürfen unsere eigenen Bedürfnisse nicht ignorieren. Wir müssen keine Supermütter sein. Wir suchen uns das Leben, das uns gut tut. Weil es eben unser Leben ist. So in der Art dachte ich einfach von Beginn an – und ich glaube, damit bin ich ganz gut gefahren.

    Mein Sohn hat eine wunderbare Tagesmutter – damals als er erst 5 Monate alt war, hatte er noch eine andere, ebenfalls wunderbare Tagesmutter, die wie eine Oma für ihn war. Er schläft bei uns im Bett, wird sehr bedürfnisorientiert erzogen, kennt aber auch unsere Grenzen. Er ist ziemlich clever für sein Alter und ich könnte mir keine engere Bindung zu ihm wünschen. Und das alles, obwohl ich im gesamten letzten Jahr sogar 41 Stunden/Woche gearbeitet habe.

    Für meine Familie und auch für mich habe ich nun beschlossen, selbstständig zu arbeiten. So bin ich flexibler und arbeite derzeit auch weniger. Das nahm mir viel Druck, weil ich einfach mehr Zeit habe und ausgeglichener bin. Aber ich wusste von vornherein: Die Bindung zu meinem Kind wird nicht dadurch beeinflusst, wie viel quantitative Zeit ich mit ihm verbringe.

    Mit einer guten Kinderbetreuung ist alles gewonnen. Ich würde verrückt, wenn ich 24/7 nur Zeit mit meinem Kind verbringen müsste. Klingt hart, ist aber so. Ich liebe unsere Wochenenden, aber ich bin froh, unter der Woche arbeiten zu können und mit Erwachsenen sprechen zu können.

    Such dir einen Weg, der dir gut tut. Bedürfnisorientierte Erziehung ist auf vielerlei Art und Weise möglich. Ihr findet schon eine, die zu euch passt.

    1. Guten Morgen Sophie,
      Danke für deinen Besuch und deine Tips. Es freut mich wahnsinnig, was sich für konstruktive Gespräche entwickeln. Obwohl ich ein bisschen Angst hatte zu veröffentlichen, da der Text ja schon ziemlich entwaffnend ist…
      Tatsächlich haben wir sogar eine Tagesmutter. Allerdings geht der Große maximal so 2 Mal die Woche. Mehr möchte er nicht und auch ich würde mich mit mehr schwertun. Auch wenn es ihm gefällt und es die beste Tagesmutter der Welt ist… Natürlich trägt das nicht gerade zur Entspannung bei 😉 Aber dieser Punkt gehört ja wirklich zu denen, die mit dem Alter der Kinder etwas leichter wird.

  12. Einfach nur danke! Manchmal fühlt man sich so einsam mit diesen Gedanken und dann kommt so ein Blogeintrag – Bäng!!

    1. ?

  13. Was für ein wundervoller Beitrag – offen, ehrlich und schonungslos. Ich danke dir dafür!
    Ich kenne diese Momente nur zu gut! Meine Kinder sind 10, fast 4 und 1,5 Jahre. Ich habe mich selbständig gemacht, da war mein 2. Kind 1,5. Ich habe meinen Laden eröffnet und es war großartig. Nach 2 Monaten bin ich ungeplant schwanger geworden. Mein Gefühlschaos mag ich hier lieber nicht beschreiben. Egal. Ich habe weitergearbeitet – bis 2 Tage vor der Geburt. Als mein kleines Mädchen 3 Wochen alt war, waren wir zum ersten Mal arbeiten. Bis zu ihrem 1. Geburtstag hatte ich sie jeden Tag mit auf Arbeit. Hat irgendwie ganz gut funktioniert. Jetzt ist sie in der Kita und ich habe zumindest auf Arbeit etwas Zeit für mich. Außer für eine Mittagspause, die spare ich mir meist, damit ich mehr schaffe. Und Nachmittags Kinderbetreuung, Hausaufgaben kontrollieren und lernen, einkaufen und NICHT mehr putzen! Ich habe seit ein paar Wochen eine Putzfee. 3Std. pro Woche! Und das nimmt so viel Last! So viel Druck raus! Ich gehe arbeiten, um mir eine Putzfrau leisten zu können. Manche Leute denken, ich sei nicht ganz dicht. Ich finds toll.
    Wär vielleicht auch was für euch?
    Ich wünsche dir jedenfalls alles gute.
    Ps. Weißt du was ich mache, wenn wir die Oma besuchen? Aufs Klo gehen! Alleine!

    1. Hallo Melanie,
      jaaaaaaaa!!! Ich auch!!! Und ohne Kind im Arm oder auf dem
      Schoß einen Kaffee trinken ❤️

  14. Oh man. Sehr gut geschrieben und wirklich alles gesagt, was wohl jeder Mutter mal auf der Seele liegt. Also, sei nicht so streng zu dir. Du bist eine tolle Mutter! Und wer kann von sich behaupten nicht solche Tage, Wochen und Gedanken zu haben. Also ich nicht und ich hab nur ein Kind 😉 Hab grad auch einen Beitrag über meine Überforderung mit den ganzen Rollen, die ich ausfüllen soll geschrieben. Wobei mir auffiel, dass ich persönlich von mir fordere alles irgendwie zu wuppen. Ich persönlich bin mein härtster Kritiker. Manchmal einfach nur furchtbar … Wir sollten beide nicht so streng mit uns sein 😉

    1. Guten Morgen Nätty,
      Danke ❤️ Stimmt, bei euch waren die letzten Wochen auch echt zum
      K****. Ich gehe gleich mal bei dir lesen! Und kann nur zurückgeben: halte durch!

  15. So wahr, so ehrlich! Ich hab hier gerade beim lesen immer nur nicken müssen. Zwar ist der Abstand bei meinen größer, aber ich erinnere mich auch an wilde Flüche weil einer von beiden ständig und immer und überall und überhaupt an mir klebte oder etwas wollte. Und wie neidisch war ich auf den Mann als er morgens die Wohnung verlassen durfte.. Raus! Alleine?! Und jetzt? Jetzt genieß ich wenigstens die halbe Stunde Ruhe auf dem Weg zur Arbeit, verkneife mir Kommentare zum Stress der Kinderlosen (ach, was wissen die schon) und guck mal was die nächsten Jahre noch so bringen werden.. Danke, toller Artikel!

    1. Danke für deinen Kommentar ?
      Ja, ein kleines bisschen Abstand hilft manchmal schon. Phasenweise geht das hier auch aber oft habe ich das Gefühl, es ist nur entweder oder. Entweder die Kinder oder ich. Ein perfektes Zusammenspiel kriegen wir noch nicht hin. Sicher liegt das auch am Abstand, aber nicht nur. Und ja, ich freue mich tatsächlich auch wieder auf die Arbeit, so blöd das klingt. Ich freue mich einfach auf ein klitzekleines bisschen „Selbstständigkeit“.

  16. Liebe Kathrin, fühl dich ganz fest in den Arm genommen. Du bist keine Rabenmutter, du hast nicht versagt – du machst das ganz wunderbar! Du stehst zu deinen Prinzipien -aber du kannst dich auch wunderbar reflektieren und ehrlich zu dir sein.
    Ja, auch ehrlich zu deinen Lesern, aber die Ehrlichkeit dir selbst gegenüber ist das Wichtige :
    Ich bin Mama von 2 Kids und kenne jedes einzelne deiner durchlebten Gefühle! …und nach 10 Jahren, einer Scheidung und einer neuen Ehe kamen nochmal 2 Kids dazu.
    Jedesmal, wenn ich wieder von exakt den gleichen scheiß frustrierten Bei-aller-Liebe-ich-kann-nicht-mehr-Gefühlen überrannt wurde, dachte ich nur : WARUM zum Teufel habe ich mir das alles nochmal angetan? Ich hatte die ersten doch schon groß ?
    Die Antwort : weil ich es so wollte! Weil es für mich SO richtig ist! Weil ich sie alle liebe! Und weil ich es immer wieder so machen würde.
    Doch was ich nicht hatte, war diese Ehrlichkeit zu mir selbst. Damals bin ich nicht achtsam und reflektiert durch die Welt gelaufen. Ich habe schlichtweg nicht gemerkt das mir alles zuviel wurde (oder wollte es nicht bemerken? )! …ich hatte doch soo perfekte Vorstellungen von perfekter Familie in perfektem Tagesablauf.
    Weisst Westen und Sabbern vorm Mund war es nicht – aber ein handfester Burnout der mich austrocknen und zur Ruhe zwang. Zur Achtsamkeit. Werte, Vorstellungen, Nutzen zu überprüfen.
    Familie NEU zu erleben.

    Liebe Kathrin, du schaffst das! Sei nur weiter ehrlich zu dir selbst – und achte auf dich! !!
    Dieser Artikel ist der Grundstein dazu.
    Ich wünsche dir alle Kraft der Welt! Pfeift auf Besserwisser Ratschläge. Bleib dir – achtsam – treu und vertraue auf dein Bauchgefühl : es sagt dir, wenn du nicht mehr kannst! …Du musst es nur hören … 🙂 !
    Alles Liebe, Kerstin

    1. Oh sorry für die Fehlerteufel!
      Autofullfill und Wurstfinger sind keine gute Kombination … ?

      1. Ich habe dich auch so verstanden 🙂

    2. Liebe Kerstin,
      Danke für deine inspirierenden Worte. Dein Kommentar hat mir sehr geholfen, wertzuschätzen, dass Dinge einfach mal raus müssen und dass es auch authentisch ist, nicht immer alles toll und rosig zu finden. Dieser ganze Austausch hier hat mir sehr geholfen, auch wenn es andererseits wieder mal erschreckend ist WIE VIELEN Müttern es so geht.
      Ich arbeite weiter daran, das Baby ist nicht immer so klein, meine Kräfte nicht immer so am Limit und der Frühling kommt auch. Kann also nur besser werden ?

  17. Liebe Kathrin,
    Ich habe diesen Beitrag heute morgen im Bett angefangen zu lesen weil ich noch nicht aufstehen wollte.
    Mein quengelndes Kind neben mir, das auf keinen Fall mehr liegen bleiben oder im Bett spielen wollte…
    Jetzt bin ich fertig geworden mit lesen. Wow. Nur knapp 5 Stunden gebraucht…
    Ich bewundere dich sehr dafür wie du das mit den beiden Kleinen und dem Blog und dem Alltag machst.
    Mein Kleiner ist genauso alt wie dein Kleinster und es ist sooo anstrengend.
    Und dann kommt der Mann von der Arbeit und meckert und ich denke (und sage): lass uns tauschen!
    Ich denke du hast hiermit mal wieder vielen Mamas aus der Seele gesprochen.
    Fühl dich umarmt!

  18. Ich bin dann wohl jetzt hier mal die Ketzerin… Ok, ich weiß noch nicht aus eigener Erfahrung, wie anstrengend ein Kleinkind sein kann. Aber bei uns sind die Rollen praktisch vertauscht. Ich gehe ganztags arbeiten, mein Mann ist Hausmann und Vater. Und ja, ich sehe, was er alles den Tag über stemmt. Wie er sich um den kleinen Raben und den Haushalt und 1000 andere Sachen kümmern muss. Und ich sehe, dass ich das SO nicht schaffen würde, denke ich. Ich bin ziemlich faul. Da würde einiges einfach liegenbleiben… Und trotzdem beneide ich ihn! Und wenn ich könnte, würde ich gerne tauschen. Denn selbst an einem guten Arbeitstag vermisse ich meinen kleinen Raben einfach so sehr! Ich habe praktisch jeden Tag so meine 5 Minuten, während denen ich mit den Tränen kämpfen muss, weil ich zu meinem Baby will und im Büro festsitze. Ich verpasse so viel! Ich war nicht da, als er sein erstes Wort gesagt hat. Ich werde vermutlich nicht da sein, wenn er seinen ersten Schritt macht. Er wird so schnell groß und ich verpasse einfach alles. Stattdessen sitze ich im Büro rum und muss Dinge tun, die einfach so unendlich unwichtig sind gegen dieses Wunder, das ich mein Kind nennen darf.

    Ich verstehe und ich glaube dir, dass du dringend eine Auszeit und einen Ausgleich brauchst. Keine Frage. Und die Tatsache, dass und wie du darüber schreibst, ist toll.

    Und trotzdem beneide ich dich für die Zeit, die du mit deinen Kindern verbringen kannst.

    1. Meine Liebe.
      Meine Antwort brauchte ein paar Tage. Weil: du hast mich erstmal sprachlos gemacht. Mir war das nämlich gar nicht klar. Und mir fiel auf, dass ich im ersten Moment nichts als tröstende Worte für dich hatte. Und die bekommst du auch gleich noch, doch zunächst habe ich mich gefragt, wieso mir Solidarität zu einer Internet-Verbündeten leicht fällt, ich aber „so streng“ mit meinem Mann bin. In den letzten Tagen habe ich meine Kinder intensiv beobachtet, gezählt, wie oft sie mich so glücklich machen, dass ich nicht weiß wohin mit mir und wie viele Fotos ich mache und wie oft ich ihnen sage, wie sehr ich sie liebe, wie süß sie sind, wie viele Stunden an der Sonne ich mit ihnen verbringe, wie viele zauberhafte Momente ich erlebe – und wie oft ich jammere. Und mir wurde ziemlich klar, dank dir, dass mein Mann all das verpasst. Und ja, ich muss durch vieles alleine durch, und ich sage immer, dass er es auch nicht leicht hat, macht meinen Misthaufen ja nicht kleiner, aber du hast einfach Recht. Er bekommt Bilder und Sprachnachrichten von seinen Kindern. Abends sieht er das Baby nur wenige Minuten, den Großen vielleicht 2 Stunden, wenn er nicht schon zu müde ist. Und ich erinnere mich zurück, wie die paar Stunden vormittags mir mein Herz zerrissen haben, als ich meinen Bubba Ray, damals erst 13 Monate alt, zur Tagesmutter bringen musste.
      Und jetzt kann ich dir nur sagen, dass ich jedes deiner Worte verstanden habe und du mich sehr berührt hast. Ich hab dadurch mal meine Augen auf gemacht und dafür bin ich dir sehr dankbar.
      Und ich hoffe sehr, dass du nicht zu viel verpasst, dass dein kleiner Rabe sich ganz viel für dich aufhebt und dass ihr in den paar Stunden die ihr habt so viel Qualitätszeit habt, dass du dabei nicht so unglücklich bist.

      Ich drücke dich aus der Ferne!

      1. Wenn du aufgrund meines Kommentars ein wenig nachsichtiger mit deinem Mann bist und dir deines Glücks (neben all dem Stress und all der Arbeit) ein bisschen mehr bewusst bist, dann freue ich mich. 🙂

        Ich könnte jetzt groß davon anfangen, wie ich glaube, dass gerade auch dieses Gefühl des „den ganzen Mist auch mal herausschreien müssen“ und sogar dieser Neid auf die Männer in Bundfaltenhosen und ihre Mittagspausen irgendwie ja auch darin begründet sind, dass das, was du tust und das, was eben mein Haselchen tut, sonst in dieser Gesellschaft einfach als „nichts“ oder als „selbstverständlich“ abgetan und nicht richtig wertgeschätzt wird. Und wie sowas ein Grund mehr ist, warum ich mich zwar in ihr bewegen muss, aber warum ich dennoch auf diese Gesellschaft scheiße (sorry, netter mag ich das nicht ausdrücken). Ein Grund mehr, warum ich jeden Tag einfach mal so brüllen will „What the fuck is wrong with you people?!“.

        Aber ich lasse das an dieser Stelle dann doch erstmal sein. Und will dir doch nur sagen: Du bist, da bin ich mir ziemlich sicher, eine tolle Mutter. Und du verdienst auch den Ausgleich, das Ventil, das du in deinem Text vermisst. Den braucht jeder Mensch. Nur Müttern oder Hausmännern oder sonst Leuten, die kein Geld für das bekommen, was sie Tag für Tag leisten, wird er von unserer verkorksten Gesellschaft nicht zugestanden (ok, jetzt will ich schon wieder schreien…).

        Und: tolle Wurst, jetzt habe ich seit Tagen einen Ohrwurm mit „aramsamsam aramsamsam gulligulligulligulligulli ramsamam“ und will das gerade mitten im Büro singen, aber dann rufen die Kollegen bestimmt wieder den Krankenwagen… XD

        Alles Liebe aus der Ferne! 🙂

  19. Ich habe deinen Artikel und alle Kommentare gelesen und sage DANKE, liebe Kathrin und liebe Kommentatorinnen! <3
    Ich habe auch zwei Kinder im Abstand von zwanzig Monaten (drei und anderthalb) und hatte im Herbst letzten Jahres auch eine wirklich blöde Phase. Ich habe mein Leben als Hausfrau und Mutter in Frage gestellt, gedacht ich wäre nichts wert weil ich eben "nur" das bin und nicht arbeiten gehe. Während der Eingewöhnung des Großen im Kindergarten ist plötzlich mit mir viel passiert. Ich habe viel über mein Leben nachgedacht, über meine Ansprüche an mich selbst, über das Bild der Frau in meinem Umfeld und in der Öffentlichkeit allgemein. So ist es irgendwie gekommen, dass ich etwa seit Januar einfach nur glücklich und zufrieden bin, daheim meine Kinder beim Aufwachsen zu begleiten. Und nur weil ich für meine Arbeit im Haushalt kein Geld bekomme bin ich nicht weniger wert als eine arbeitender Mensch. Es hat Klick gemacht und (meistens 😉 ) genieße ich jeden Tag mit meinen Kindern. Mein Mann und ich tauschen uns über unsere Tage aus: er darf seinen Kollegen doof finden und sich über ihn bei mir aufregen. Ich wiederum lasse mich über etwaige unschöne Erfahrungen in meinem Alltag bei ihm aus. Denn es tut jedem gut, sich einfach mal auszuk***n – auch wenn wir die Probleme des anderen vielleicht nicht nachvollziehen können. 🙂

    1. Das ist eine schöne Regelung. Ich mag sie, weil einfach jede Mutter, so sehr sie ihre Kinder liebt, auch mal schlechte Tage hat oder die eigenen Kinder nervig findet, weil sie 20 Trotzanfälle am Tag haben oder so. Es zeigt, dass einfach nicht immer alles Eitel Sonnenschein kann. Sehr schön!

      Und was dein Frauen-Bild anging und deine Probleme damit, dass du „nur“ Hausfrau bist – da fiel mir gerade eine Freundin ein, die mal zu mir sagte: „Mein Mann kann froh sein, dass er mich für das, was ich alles zuhause tue, nicht noch bezahlen muss!“ 😀

  20. Ich möchte phasenweise auch einfach schreiend aus dem Haus rennen. Ich rufe dann laut: „Ich kündige!“ und sehe mich rennen. 😀 Und manchmal wenn es zu doll wird und ich mich so dauerpenetriert von Gebrüll und Gefordere fühle, dann brülle ich auch. Manchmal habe ich das Gefühl alle zerren an mir. ALLE. Die Kinder, der Mann, der Alltag, ja sogar die Katzen. Ein fieses Gefühl. Und selbst wenn meine Mama immer mal kommt, oder der Herr Papa vormittags etwas später das Haus verlässt: In den entscheidenden Situationen ist man doch immer allein. Ist doch so. Wenn was ist und man Hilfe mehr denn je bräuchte ist man allein! Ich erinnere mich noch an meine Anfänge mit den zwei Kindern. Da habe ich ganz oft mitgeheult, wenn die beiden heulten, weil ich nicht wusste wo ich anfangen soll zu trösten. Als das dritte Kind dann da war (das war nicht geplant) da habe ich auch ganz oft geheult, musste dann aber auch schon wieder lachen, weil mir der Irrsinn so klar geworden ist. Das hat mich wirklich etwas entspannt. Ich merkte, es ist nicht schlimm, wenn ich nicht jedem direkt gerecht werde und auch mal egoistisch in meinem Sinne handele. Und irgendwie lernte ich auch mehr zu improvisieren und diesen sch…Haushalt liegen zu lassen. WTF. Wenn sich einer nicht wohl fühlt, darf er gerne Hand anlegen und aufräumen.
    Nochmal ganz haarig fand ich 5 Monate im letzten Jahr. Nach dem Umzug waren die großen 5 Monate nicht im Kindergarten und ich war mit den drei Kindern im unfertigen Haus. In dieser Zeit wurde mein Geduldsfaden ziemlich überstrapaziert und ich war richtig mies drauf. Ich war eine Dauer-Motz-Schlechte-Laune Mutter, die ihre Kinder ständig anschnauzte. Ich mochte mich garnicht so. Es war schrecklich. Aber ich war Helios überfordert mit den drei Kindern. Die Großen waren einfach reif für den Kindergarten und dürsteten nach Unterhaltung, waren unausgelastet und ziemlich wild. Ich war müde und ausgebrannt und konnte dem Tatendrang garnicht gerecht werden. Eine schlechte Kombination. Seit der Kindergarten gestartet ist, ist es viel besser geworden. Ich kann wieder atmen. 😀 Ich verstehe dich sehr gut!
    Ich empfehle Lachen! Auch wenn es zunächst nicht gefühlt wird. Es kommt. Und fetzige Musik zu der man total bescheuert rumtanzt, wenn einem alles zu bunt wird. Um so beknackter man abzappelt, um so besser. Die Kinder finden das meistens sehr lustig! In diesem Sinne…Halt die Ohren steif!

  21. Es tut gut zu lesen, daß es anderen ähnlich geht. Neulich habe ich einer kinderlosen Freundin geschrieben, daß ich sie um ihre Sonntage beneide. Daraufhin sollte ich für ihre Kinderwunsch-Klienten einen Beitrag über die „Schattenseiten“ des Kindergabens schreiben. Da findet sich einiges wieder. Wir haben vier Kinder, davon zwei unter drei. Und manchmal bin ich schweißgebadet, wenn ich zu Fuß mit Kinderwagen und Laufrad eineinhalb Stunden gebraucht habe, um Kind 2 aus dem Kindergarten abzuholen. Wenn sich die Zweijährige auf der Kreuzung hinschmeißen und beschließt, nicht mehr weiterzufahren. Wenn zwei Kinder einen Kindereinkaufswagen schieben wollen, aber nur noch einer da ist. Wenn ich versuche zu backen, drei Kinder aber helfen wollen und ich alle paar Minuten einem Kind bei der Toilette helfen muß. Wenn ich mit Baby auf dem Arm staubsaugen. Wenn einfach alles dreimal so lange dauert wie ohne Kind. Und dazu die ständige Geräuschkulisse. Alleine, dass kaum eine Minute Ruhe herrscht, strengt mich manchmal an. Aber wenn ich ihnen abends beim Schlafen zuschaue, ist alles vergessen.

  22. Oh liebe Kathrin,
    Deine Worte sind so treffend. Ich hätte das Dilemma einer bedürfnisorientierten Mama nie so klar beschreiben können wie du. Und dabei geht es mir so oft ganz genau so wie dir.
    Danke, dass du zeigst, dass sich noch viel mehr so fühlen. Ich frage mich warum nicht mehr Mamas die Überforderung einfach mal zugeben.
    In meinem Umfeld komme ich mir so vor, als wäre ich die Einzige mit einer dreckigen Küche…

  23. DANKE! Ich hätte nicht besser schreiben können, was in mir vorgeht. Unser Altersabstand ist etwas größer. Der Große ist 5 geworden und die Maus ist 10 Monate, aber die Umstände und Wutanfälle sind nicht weniger anstrengend. Ich hasse es den ganzen Tag mit allem alleine zu sein und nichts wirklich auf die Reihe zu kriegen. Ich brülle, ich motze und nörgel und bin mit nichts zufrieden! Ich hasse es und so sehr ich meine Kinder auch liebe – ich wünsche mir so sehr eine Pause!!

  24. Hallo meine Liebe,
    bin heute zufällig auf deinen Blog gestoßen und finde ihn gaaaaaanz toll!
    Ich kann dich gut verstehen. Mein Freund sagt immer (zu AP) „es führen viele Wege nach Rom, du gehst ihn halt barfuß über die Berge. – Die anderen fahren mit dem Zug oder nehmen das Flugzeug“ – ist halt so…
    Alles Liebe Süße – werde weiter mitlesen

  25. Ich bin alleine,ich bin alleine,ich bin alleine.Oder doch nicht?Nein dank Dir weiss ich das.Es gibt noch mehr wie mich.❤?❤Alles Liebe

  26. Wow, Danke Du Liebe für diesen ehrlichen,kraftvollen Artikel! Kann ich viel mit anfangen…Genieße gerade eine sehr gute Phase, kenne aber auch die anderen Seiten…schön zu wissen dass es nicht nur mir so (ähnlich ) geht! Beste Grüße!

  27. Ehrlich brutal und total menschlich! Ich kenne diese Momente, meine Großen (jetzt 11 und 13) sind 20Monate auseinander – eine(r) brüllte immer!
    Ich sag dir was: es wird nicht besser! Aber anders! Kopf hoch! Ich lebe noch und du wirst es auch! Aber eines versprech ich dir – in ein paar Jahren erinnerst du dich vage und es kommt dir nicht mehr so schlimm vor….
    Glg Tina mit 2 Pupertieren und einem Trotzkind

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