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Rezension und Verlosung: „Empfindsam erziehen – Tipps für die ersten 10 Lebensjahre des hochsensiblen Kindes“ von Julie Leuze

Disclaimer: Dieser Beitrag enthält Amazon-Affiliate-Links.

 

„Empfindsam erziehen – Tipps für die ersten 10 Lebensjahre“ von Julie Leuze

Festland Verlag Wien, 2010

ISBN 978-3-9501765-5-1

 

Inhalt:

Grob ist das Buch in drei Teile gegliedert, die auch Altersabschnitten des hochsensiblen Kindes entsprechen. Teil 1, „Die Babyzeit“, Teil 2, „Das Kleinkind“ und Teil 3, „Hochsensible Kinder und Schule“. Innerhalb der Teile werden Problemstellungen in einzelne Kapitel gegliedert und näher behandelt. Dabei bilden die Abschnitte 1 und 3 die kleineren Teile, sehr ausführlich wird die Kindergartenzeit behandelt. Das Buch ist eine Ansammlung aus Erfahrungsberichten betroffener Familien, Interviews und Texten bzw. Zitaten wissenschaftlicher Fachliteratur, deren Quellen jeweils angegeben werden.

Der Aufbau der Kapitel ist einheitlich; begonnen wird mit dem „Problem“, in dem immer Eltern und manchmal auch (ältere) hochsensible Kinder zu Wort kommen, und anschließend Lösungsvorschläge. Besonders in Teil 2, dem ohnehin umfangreichsten Teil, wird hier noch einmal sehr detailliert strukturiert und konkretisiert.

 

Teil 1: „Die Babyzeit“

Wie in allen Teilen kommen hier zunächst Betroffene zu Wort und schnell wird klar, dieses Buch soll nicht die Recherchen und Arbeiten EINER Person darstellen, sondern eine Ansammlung hilfreicher Fachliteratur sein. Manchmal stören hier und dort die Zitate den Lesefluss, etwa wenn Eltern zitiert werden, die ähnliche Erfahrungen schildern, das tut der Qualität aber keinen Abbruch. Besonderer Wert und damit für mich als Rezensent das Beste an diesem Buch: immer wieder wird zur Sensibilisierung aufgerufen, ermutigende Worte geschrieben und zu Improvisationsgeschick geraten. „Schreibabys“ werden hier nicht stigmatisiert, stattdessen wird von Anfang an auf die überdurchsnittlich hohe Reizaufnahme eingegangen und den Eltern Hilfestellung geboten. Auch die Eltern kommen nicht zu kurz; bereits zu Beginn geht die Autorin mit ihrer Wahl der Zitate aus der Literatur immer wieder auch auf die Belastung für die Eltern ein.

 

Teil 2: „Das Kleinkind“

Teil 2 ist der umfangreichste Teil des Buches. Hier betrachtet Julie Leuze die erste „Feuerprobe“ des hochsensiblen Kindes: den Eintritt in den Kindergarten oder eine außerfamiliäre Betreuungssituation und die neuen Reize, die wiederum zu Überforderung und Problemen im Alltag führen können. Sie schreibt einen Appell an Eltern hochsensibler Kinder, macht ihre Rolle als Säule für Stabilität und Berechenbarkeit deutlich, gibt immer wieder den Hinweis, sich an den Bedürfnissen des Kindes zu orientieren und es nicht zu überfordern. Auch hier gibt es eine Reihe sehr guter und mit Bedacht gewählter Lösungsvorschläge. Ihre Tipps sind bindungsorientierter Natur und auch wenn die Wörter nie fallen, so ist dieses Buch für Attachment Parenting – Eltern absolut geeignet und wer bis zum Lesen kein „AP-Elter“ war, der wird es dadurch vielleicht werden.

Julie Leuze rät zu festen Tages- und Wochenritualen, legt großen Wert auf Strukturen, betont die Wichtigkeit der Bewegung in der Natur und bleibt dabei aber jederzeit absolut realistisch. Sie kehrt immer wieder zurück in die Welt der Eltern, äußert – auch hier wieder mit besonnener Wahl der Fachliteratur – Verständnis für Termindruck und Alltag und lebt nicht in einer Parallelwelt, in der hochsensible Kinder vor jeglichen äußeren Reizen geschützt und behütet werden müssen. Auch dies wird ein wichtiger Punkt im Teil 2: wie schaffen Eltern hochsensibler Kinder also, ihre Kinder in eine Welt, die sie eigentlich erst einmal überfordert zu entlassen? Sie liefert konkrete Ideen für Rituale und Sicherheit, ruft Eltern dazu auf, die Selbstachtung und den Mut des Kindes zu stärken und gibt auch hier konkrete Hinweise, und warnt, sofern – und laut Statistik ist dies oft der Fall – Eltern selbst hochsensibel sind, in einem eigenen Kapitel davor, eigene Ängste auf das Kind zu übertragen. Sie schafft Bewusstsein und Verständnis und zitiert dabei Experten wie Jan-Uwe Rogge, Susanne Stöcklin-Meier und Dr. Carlos Gonzalez.

Ihre Ideen und Tipps sind absolut hilfreich und ich erkenne mich selbst beim Lesen oft wieder. Ich habe einen „AHA“-Effekt nach dem nächsten und viele hilfreiche Ideen für den Alltag mitgenommen.

 

Teil 3: „Hochsensible Kinder und Schule“

Im letzten Teil beleuchtet Julie Leuze die drei größten Probleme, mit denen hochsensible Kinder bei Eintritt in die Schule konfrontiert werden: Reizüberflutung, Perfektionismus und Selbstabwertung und Schüchternheit, soziale Schwierigkeiten und Mobbing. Im Zuge dessen gibt es ebenfalls eigene Abschnitte zu den Fragen „Hochsensibel oder ADHS?“ sowie „Hochsensibel oder Hochbegabt?“ und ich darf und will nicht zu viel verraten, möchte aber sagen, dass sich hochsensible Eltern mit Sicherheit selbst in ihre Schulzeit und ihre Gefühle damals zurückversetzt fühlen werden. Ihre Praxistipps zu Entschleunigung im Alltag und Stressabbau, sowie zum Mut zum Fehler als positiver Lerneffekt sind hilfreiche Hinweise und ich bin sicher, dass ich das Buch wieder in die Hand nehmen werde, wenn meine Kinder eingeschult werden. Immer wieder appelliert sie auch hier an die Eltern und positioniert sich klar mit Tipps zur Förderung der Selbstachtung des hochsensiblen Kindes, Unterstützung und Einbringen der Eltern in den Schulalltag, den engen und häufigen Dialog zu Lehrern und den Aufbau und die Pflege des Vertrauens zum und vom eigenen Kind.

 

„Die Herausforderung, hochsensible – und andere – Kinder zu erziehen, gehört zu den schwierigsten im Leben. Aber ganz sicher auch zu den schönsten und lohnendsten“ (Zitat S. 153)

 

Persönliches Fazit:

Eltern hochsensibler Kinder werden das Buch lesen und sich freuen, die Stimmen anderer Eltern zu lesen. Denn diese kommen häufig vor und sind Schwerpunkt des Buches. Das Buch vermittelt nicht den Eindruck, wissenschaftliches Nachschlagewerk „von oben herab“ zu sein sondern ist wie eine gut ausgewählte und recherchierte Zusammenstellung der wichtigsten Passagen der Fachliteratur, gepaart mit Erfahrungsberichten und fühlt sich somit an wie ein Austausch „untereinander“. Besonders toll finde ich, dass der Ansatz des Attachment Parenting hier in jedem Kapitel durchkommt. Es wird an keiner Stelle zu autoritären Erziehungsmaßnahmen geraten – ganz im Gegenteil. Stattdessen zieht sich der Appell, besonders empfindsam, besonnen und vorsichtig zu sein, durch alle Seiten. In einem Kapitel, das sich an hochsensible Eltern richtet, gibt es obendrein – neben erneuten Erfahrungen anderer Eltern – Hinweise zum eigenen Stressabbau und der Bewältigung projizierter Ängste und Sorgen. Das Buch ist kurzweilig und mit seinen 153 Seiten schnell durch zu lesen. Ich denke, es ist besonders für Eltern mit Kindern bis 6 Jahre geeignet, auch wenn der Titel sich auch an Grundschulkinder-Eltern richtet. Der letzte Teil ist hilfreich, gar keine Frage, jedoch ist der Kleinkind-Teil nun mal der ausführlichste und ich, als Mutter eines solchen hochsensiblen Kleinkindes, habe ihn verschlungen, den letzten Teil wiederum als verhältnismäßig kurz empfunden. Doch die Tipps sind so praxisnah und spannend, dass ich sicher bin, sie eignen sich auch noch für ältere Kinder.

 

Der Verlag

Der Festland Verlag über sich selbst:

„Der Festland Verlag ist ein Sachbuch-Verlag mit Sitz im Süden von Wien, der sich seit dem Jahr 2004 speziell dem Thema Hochsensibilität widmet. Es ist uns ein Anliegen, einer breiten Öffentlichkeit die vielfältigen Belange hochsensibler Menschen (sog. ‚HSP‘) bewusst zu machen. Wir wünschen uns, zum Verständnis zwischen Hochsensiblen und der durchschnittlich sensiblen Mehrheit beizutragen, sowie daran mitzuwirken, dass hochsensible Menschen ihre Potenziale vermehrt entfalten und in Wirtschaft und Gesellschaft einbringen können.“

Quelle: http://www.festland-verlag.com/ueber-uns.7080.html

Das vorgestellte und weitere tolle Literatur zum Thema (teilweise bald übrigens auch hier rezensiert!) könnt ihr auch im Website-eigenen Shop kaufen und zwar HIER oder natürlich hier:

 

Verlosung

Der Festland Verlag hat mir freundlicherweise, neben dem Rezensionsexemplar, ein Verlosungsexemplar zur Verfügung gestellt und ich freue mich sehr darüber, euch heute meine allererste Verlosung zu präsentieren.

 

BEDINGUNG

Ihr seid 18 Jahre oder älter, lebt in Deutschland, seid bereit, mir für die Verlosung EINMALIG eure Adresse mitzuteilen (nachdem ich euch per Mail benachrichtigt habe, wenn ihr gewonnen habt) und gebt im Kommentar eure gültige und regelmäßig abgerufene Email-Adresse an. Außerdem wird pro Name und Email-Adresse nur EIN Kommentar berücksichtig. Ihr dürft selbstverständlich in mehreren Kommentaren posten und kommentieren – für die Verlosung gibt es trotzdem nur ein Los.

 

ACHTUNG

Für die Verlosung berücksichtige ich NUR die Kommentare HIER auf dem Blog. Auch hier: ich freue mich über eine rege Diskussion auf meiner Facebook-Page oder bei Twitter, das Los gibt’s aber nur hier.

 

DAS MÜSST IHR TUN

Setzt euren Kommentar (runterscrollen, unten kommt die Kommentarfunktion 🙂 ) bis zum 15.05.16 mit den oben beschriebenen Bedingungen auf den Blog und erzählt mir von eurem Kind. Das Buch ist eine Sammlung von Erfahrungsberichten und so machen wir hier weiter. Ich freue mich, von euren hochsensiblen Kindern zu lesen und lose dann per Ziehung aus. Ich freue mich sehr auf eure Geschichten!

 

DAS DÜRFT IHR TUN

Herzchen verteilen. Ihr dürft meinen Blog, meine Seite, mein Twitter-Profil liken, kommentieren, teilen – damit macht ihr mir eine große Freude, ist aber kein Vorteil was die Verlosung angeht.

 

Bild: Buchcover, abfotografiert, kein Pressebild.

 

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