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„Unsere Töchter sind die besten Freundinnen“ – Sarah über #ZweiunterZwei

Auf Schwesternliebe & Wir ist der Name Programm, denn hier bloggt Sarah über ihr Leben als zweifache Mädchenmama. Vor einem kleinen Abstand hatte sie, so sagt sie selbst, keine Angst und so ist die große Schwester (2011 geboren) beabsichtigt lediglich 20 Monate älter als ihre kleine Schwester (2013 geboren). Und Sarah findet das toll, denn ihr werdet auch lesen, dass sie selbst aus einer großen Familien mit sehr geringen Altersabständen stammt und daher wirklich absolut genau wusste, was sie tut. Ich muss sagen, ich finde das sehr spannend, denn gerade aus diesem Grunde hätte ich vielleicht sogar eher erwartet, dass man bewusst einen größeren, weniger stressigen Abstand wählt. Oder ist es vielleicht genau dieses Wissen, diese Erfahrung, die Sarah vorm Durchdrehen geschützt hat? Lest selbst.

 

Vorhang auf für Sarah und ihre Einblicke in #ZweiunterZwei

 

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Was sind die größten Herausforderungen bei Kindern, in so kleinem Abstand? Sowohl direkt zu Beginn als auch später noch?

Am Anfang fand ich es immer schwer, den Ansprüchen meiner beiden Töchter gerecht zu werden. Öfter fiel das Essen für die Große nicht so abwechslungsreich aus, da gab es auch schon mal nur trockene Nudeln oder dreimal hintereinander Grießbrei, weil das mit Baby und kochen nicht so gut zusammen funktionierte. Oder auch lag das Baby mal etwas zu lang in der vollen Windel. Vor allem hat eigentlich immer der Haushalt gelitten. Ich empfand es jeden Tag als unmöglich diesem gerecht zu werden.

Inzwischen sind meine Töchter 3 und 4. Meist ist es sehr einfach mit ihnen. Schwierig wird es, wenn sie sich streiten. Das kann ganz schön ausarten. Oder auch, wenn wir unterwegs sind und beide müde sind. Ich kann einfach unmöglich beide auf den Arm nehmen, weil sie einfach viel zu schwer sind.

 

Welche Zeit nach der Geburt des zweiten Kindes fandest du am herausforderndsten / schönsten / schlimmsten?

Die ersten zwei Wochen waren richtig schlimm: Hormonschwankungen, ein großes (kleines) Kind, welches völlig verwirrt war von der Situation und dann auch noch die ganzen Babybesucher. Dazu kam bei uns noch ein Krankenhausaufenthalt des Babys, bei dem ich nicht dabei bleiben konnte. Das hat an meinen Nerven gezerrt und dazu kam auch noch das Hin- und Hergefahre.

 

Vor- und Nachteile des Altersabstandes: Gibt es sie? Was sind sie für dich?

Ein Nachteil ist definitiv die erste anstrengende Zeit. Wir hatten zwei Wickelkinder, zwei Kinder die Einschlafbegleitung brauchten und zwei Kinder, die noch nicht reden konnten.

Ein Vorteil ist, dass die Kinder schon nach kurzer Zeit miteinander spielen. Inzwischen beschäftigen sie sich eigentlich sogar den ganzen Tag zu Zweit und brauchen uns nur noch für das ganze ringsherum. Ich spiele sehr selten mit den beiden. Die anstrengende erste Zeit verging auch einfach unglaublich schnell, da wir ja rund um die Uhr beschäftigt waren.

 

Es sind 0 Grad und Schneeregen, du musst mit beiden Kindern zum Kinderarzt. Dein Baby ist 4 Monate alt, dein Kleinkind entsprechend eures Abstandes älter. Zusätzlich hat es Angst vorm Kinderarzt. Der Termin ist morgens um 8 Uhr. Ihr fahrt 20 Minuten mit dem Auto, das Baby wird voll gestillt. Es gibt keine Parkplätze, nur ein Parkhaus in der Nähe (ca. 5 Min. Fußweg). Wie löst du das?

Ich würde auf jeden Fall richtig früh aufstehen, damit ich fertig geduscht und angezogen bin. 45 Minuten bevor es los geht würde ich nochmal stillen, dann alle warm anziehen und alles einpacken. Das Kleinkind dürfte noch etwas im Auto knabbern. Nach dem Parken würde ich das Kleinkind in den Buggy setzen und das Baby in die Trage und dann zum Arzt laufen. Meine Tasche wäre wahrscheinlich riesig: Wechselsachen für Beide, mind. 3 Mulltücher, Windeln für Beide, etwas zu trinken und zu Essen fürs Kleinkind und eine Belohnung fürs Kleinkind (wahrscheinlich Gummibärchen). Die Belohnung gibt´s dann, wenn es den Arztbesuch überstanden hat.

Da wir kein Auto haben, wäre das bei uns aber anders abgelaufen: die Fahrt wäre mit dem Fahrrad bis vor die Praxis gegangen und ohne Fußweg.

Ich erinnere mich an eine Situation beim Arzt. Wir saßen im Wartezimmer und unsere Große hatte sich langsam wieder beruhigt. Als wir herein gegangen waren, hatte sie erst einmal lang geschrien, weil sie auf keinen Fall zum Arzt wollte. Ich stillte das Baby und die Arzthelferin kam herein. Ciara bekam Panik und sprang auf meinen Schoß, ihr Schuh knallte dabei an den Kopf des Babys. Die nächsten 30 Minuten hatte ich dann zwei schreiende Kinder und eine U-Untersuchung.

 

„Das sagt einem ja auch keiner“ – worauf hättest du dich gern vorher eingestellt?

Ich war ehrlich gesagt nicht wirklich überrascht. Ich bin selbst die Älteste von sechs Kindern. Als ich vier war, waren wir schon vier Kinder. Wir waren also damals vier unter fünf und vorher drei unter drei. Bis heute bin ich mir ziemlich sicher, meine Mama hat nie vergessen, wie anstrengend das wirklich war. Sie hat mir eigentlich immer sehr klar gesagt, was auf mich zukommt. Immer wenn es mal wieder sehr anstrengend ist, ist sie auch die Person die mich definitiv am besten trösten kann.

Als ich 19 war, kam mein jüngster Bruder auf die Welt. Er hatte damals Dreimonatskoliken und damals habe ich sehr deutlich gelernt, das Babys eben nicht nur süß sind und immer friedlich schlafen.

 

Schonungslos: hast du ein Lieblingskind?

Ja. Aber sie wechseln sich damit tatsächlich immer ab. Mal ist es die Eine, mal die Andere, die mir lieber ist.

 

Und zu guter Letzt: würdest du es wieder genauso tun? Und wenn ja, warum?

Ja, auf jeden Fall. Wir wollen noch mindestens ein Kind, sehr wahrscheinlich noch Zwei und am liebsten wieder in einem knappen Abstand.

Warum? Es ist in der ersten Zeit verdammt anstrengend, aber später einfach wunderschön anzusehen. Unsere Töchter sind die besten Freundinnen. Sie vermissen sich total, wenn sie sich nur mal ein paar Stunden nicht sehen. Sie verteidigen sich gegenseitig, wenn es im Kindergarten mal mit anderen Kindern Streit gibt und sie lernen jeden Tag total viel voneinander. Vieles könnten wir ihnen gar nicht beibringen, da uns die kindliche Phantasie oft fehlt. Was die Beiden sich manchmal im Team überlegen ist echt immer wieder beeindruckend.

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