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Vom Ausbrechen und Heimkehren – #RabenmütterErzählen

Könnt ihr euch noch an Doro erinnern? Sie zwar zu Gast bei meinen #ZweiunterZwei Interviews und ist eine der treuesten Leserinnen, die ich habe. Wir stehen seit unserem Gespräch über den unmöglichen Abstand ( ;-p ) unserer Kinder in Kontakt und gerade ist Doro schwanger, mit Wunder Nr. 3 – allerdings mit größerem Altersabstand zum nächsten Bruder. Da aber bald die unruhigen, schlaflosen Baby-Nächte wieder losgehen, sind Doro und ihr Mann mal ausgeflogen, über ein Wochenende. Und kurz nach diesem Wochenende erhielt ich wieder eine Nachricht von ihr. Eine wunderschöne, in der sie mir erzählte, wie sich das anfühlte. Und das will ich heute mit euch teilen.


 

Vom Ausbrechen und Heimkehren

 

Im Alltag mit zwei Kleinkindern und hochschwanger stellt sich mir oft die Frage, ob es nun für immer so bleibt. Ob man für immer Tag für Tag im Wäschechaos versinkt, auf Lego tritt und einen Liter Pfützenwasser aus jedem Minigummistiefel auf die Fliesen kippt, um am Ende des Tages müde auf die Couch zu sinken, mit dem Lieblingsmann mehr oder weniger schweigend einen Film zu gucken oder bestenfalls noch eine Runde Karten zu spielen. In diesen Momenten kommen die Tagträume. Tagträume von Abenteuern, von spontanen Abenden ohne Verantwortung, vom Ausschlafen bis zur Mittagszeit.


Nun war es so weit. Wir haben ein kindfreies Wochenende geplant. Wohl für sehr lange Zeit das Letzte. Bald schlüpft das Tochterkind und selbst wenn sie kein Baby mehr ist, wird es sicherlich schwierig, drei Kinder auf einmal über Nacht woanders einzuquartieren. Das war und ist alles so gewollt und geplant, trotzdem freute ich mich wie ein Kullerkeks. Noch mal richtig „die Sau raus lassen“.

Wir brachten also die Jungs zu Oma und machten uns auf den Weg. Geplant war Hamburg. Schickes Hotel und ein Musicalbesuch. Zufällig hatten wir das gleiche Hotel gebucht wie die Nationalmannschaft zum Länderspiel. Als Fußball-addicted war das natürlich mega aufregend und total besonders. Neben dem besten Innenverteidiger der Welt im Aufzug stehen – unbezahlbar!!! In meiner Vorstellung tingelten wir zur Krönung nach dem Musical von Bar zu Bar und ließen es krachen ? In der Realität haben wir uns einen Virgin Cocktail aus der Hotelbar mit aufs Zimmer genommen und haben uns auf das *****Bett plumpsen lassen und wenig später seelig geschlummert. Das „Ausschlafen“ beschränkte sich dank innerer Uhr auf 06:27 Uhr- immerhin. Wir frühstückten noch ausgiebig und dann ging es schon Richtung Heimat.

Es war schön – keine Frage. Aber es stellte sich eine Frage – ist es das jetzt gewesen?

Wir hatten uns amüsiert, uns entspannt, etwas Besonderes erlebt. Aber wir waren nicht ausgefüllt. Es war fade. Obwohl es nur knapp über 24 Stunden waren, fehlte uns etwas ganz entscheidendes zum Lebensglück.


Wir betraten Omas Wohnung und uns flogen die beiden besten Jungs in die Arme, begleitet von euphorischen Mama- und Papa -Rufen. Die Oma-Erlebnisse sprudelten nur so aus Ihnen raus und wir hatten sie wieder. Unseren explosiven Abenteurer und den angstfreien Schelm.

Es wurde ein richtiger Sonntag. Entspannen, rumgammeln, Astrid Lindgren gucken. Und wir waren wieder ausgefüllt. Wir waren wieder angekommen.

Vielleicht ist das der Hauptgewinn an solchen „Ausbrüchen“ aus dem Alltag. Zu wissen, wo man hin gehört. Geerdet zu werden. Einen neuen Beweis zu haben, dass dieses gewählte Leben mit dem dazugehörigen Alltag genau das Richtige ist. Das, was die Seele wärmt und das Herz berührt.

Nun warten wir gefestigt auf das Tochterkind, das im Dezember geboren wird. So werden wir weiter auf Legos treten, über Matchboxautos stolpern, in Wäsche versinken und bald wieder mit Milchspuckiflecken auf der Kleidung herumlaufen. Aber das ist unser Abenteuer, unsere Heimat. Und als Ausgleich werden wir weiterhin unseren Garten und gemütliche Abende mit Nachbarn und Freunden in Babyphone- Reichweite haben.

Und das Leben könnte nicht besser und richtiger sein.

 

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